Brandenburger Wutbürger und Behörden tragen offenbar eine Mitschuld, dass sich Hochwasserschutzmaßnahmen in den vergangenen Jahren unnötig verzögerten. Wie aus einer der RUNDSCHAU vorliegenden Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage des Chefs der CDU-Landtagsfraktion, Dieter Dombrowski, hervorgeht, gab es allein gegen den Bau einer Spundwand in Guben 13 Einwände betroffener Bürger, sechs Einwände von Firmen und 71 von Behörden. Ein umfangreicher Schriftwechsel sei zudem mit der polnischen Generaldirektion Umwelt in Warschau zu führen gewesen.

Ein noch krasseres Beispiel ist die Gemeinde Breese im Landkreis Prignitz im Nordwesten Brandenburgs, wo eine kleine Siedlung in der Nähe des Flüsschens Stepenitz als einzige Brandenburger Ortschaft bei der vergangenen Flut komplett unter Wasser stand. Gegen den dort geplanten Deichbau habe es 18 Einwände betroffener Bürger und 109 Einwände von Behörden gegeben. Dombrowski ist vor allem über die hohe Zahl der Einwendungen aus Behörden empört.

In der Antwort der Regierung findet sich auch eine Prioritätenliste des Landes zu Baumaßnahmen der nächsten Jahre. Demnach sollen 2013/2014 vordringlich die aktuellen Hochwasserschäden behoben werden. Als wichtig angesehen werden ferner die Generalsanierung der Talsperre Spremberg, der Hochwasserschutz für Guben im Einlaufbereich der Egelneiße und die Sanierung des Elbedeiches bei Mühlberg.

Lausitz/Brandenburg Seite 4