Allerdings handelte es sich überwiegend nur um kleinere Demonstrationen, zu denen sich jeweils Hunderte Menschen versammelten.

Sie demonstrierten gegen die als rassistisch kritisierte Entscheidung einer Geschworenenjury, kein Gerichtsverfahren gegen einen weißen Polizisten zu eröffnen, der den unbewaffneten schwarzen Teenager Michael Brown erschossen hatte.

In vielen Städten legten die Demonstranten den Verkehr lahm, wie die Zeitung "USA Today" berichtete. Zu so schweren Krawallen wie in der Nacht zuvor in Ferguson im Bundesstaat Missouri kam es jedoch nicht. Dort ebbte die Gewalt ab.

In New York marschierten Hunderte Demonstranten von Manhattans Union Square zum Times Square und nach Harlem. Ein Teilnehmer sagte dem TV-Sender CNN, er wolle nur helfen, Veränderungen anzumahnen. Er habe sich spontan dem Protestzug angeschlossen. "Manchmal werde ich aufgrund meiner Hautfarbe diskriminiert." Auch in der Hauptstadt Washington gingen rund 1000 Menschen friedlich auf die Straße. In Atlanta, dem Geburtsort des Bürgerrechtlers Martin Luther King, blockierten Demonstranten eine Schnellstraße. "Es ist ein Hohn", sagte die Demonstrantin ShaCzar Brown. "Vor 70 Jahren war es erlaubt, Schwarze umzubringen", sagte sie mit Hinweis auf Lynchmorde in den US-Südstaaten. "Im Prinzip ist es das immer noch."

Demonstranten in Oakland in Kalifornien warfen Scheiben ein und plünderten Geschäfte, während in Los Angeles eine Schnellstraße blockiert wurde. Auch aus Großstädten wie Boston, Denver, Seattle, Washington und Dallas wurden Proteste gemeldet.

In Ferguson beruhigte sich die Lage vergleichsweise. 2000 Nationalgardisten sicherten den Vorort der Metropole St. Louis, dreimal so viele wie am Montag. Beamte riegelten die Straßenzüge, in denen es zu Plünderungen gekommen war, ab. "Insgesamt war es eine viel bessere Nacht", sagte Polizeichef Jon Belmar.

Einen Zwischenfall gab es vor dem Rathaus, als Demonstranten einige Fenster mit Steinen zertrümmerten und einen Streifenwagen umstießen. Die Polizei setzte Tränengas ein. Einige Beamte seien mit Flaschen voller Urin beworfen worden. Insgesamt kam es in der Nacht zu 45 Festnahmen. Vor der Polizeizentrale skandierte eine Menschenmenge: "Wir sind nicht der Feind, wir wollen nur Gerechtigkeit."