Dort geht es darum, wie eine Gesellschaft mit ihren alten Menschen umgeht und was Senioren zum Gemeinschaftsleben beitragen können. Das im Titel groß geschriebene "Reich" gibt dabei den Weg vor. "Es suggeriert Reichtum", sagt Claus Deimel, Direktor der Staatlichen Ethnographischen Sammlungen Sachsens. Gleich zu Anfang wird der Besucher von zwei "Klassikern" angehalten, die Alten in einer Gesellschaft schätzen zu lernen. Das vierte biblische Gebot "Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren" fordert von einem Aufsteller ein Nachdenken über den Generationendialog wie auch das Plädoyer des Gesellschaftsbeobachters Adolph Freiherr von Knigge "für mehr Respekt". Wie in China alte Menschen Wertschätzung erfahren, zeigt das von Ausstellungsleiterin Carolin Kollewe so genannte "Prunkstück" der Ausstellung. Ein extra für das Leipziger Museum in China gefertigter Langlebigkeitssarg erinnert an eine konfuzianische Tradition, die heute nur noch in einigen chinesischen Bergregionen gepflegt wird. Dort bekommt ein Mann einen solch reich geschmückten Sarg von seinem ältesten Sohn zum 60. Geburtstag geschenkt. Er soll dem Senior Glück bringen und ein langes Leben garantieren. Im Ausstellungsraum "Spielräume" werden Leipziger Frauen vorgestellt, die als sogenannte Wunsch-Oma ehrenamtlich Zeit mit Kindern verbringen, deren Eltern stark eingespannt sind und keine Großeltern vor Ort haben. epd/hanDie Ausstellung "FaltenReich" ist vom 19. März bis 4. Oktober dienstags bis sonntags sowie an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr zu sehen. Weitere Informationen gibt es im Internet: www.faltenreich-ausstellung.de