Wie er mit der Offerte der SPD umgehen soll, in Mainz eventuell trotz absoluter Mehrheit mitzuregieren, bleibe Landeschef Rainer Brüderle und seinen Leuten überlassen. Aber intern ist die Haltung der FDP-Spitze klar - keine Regierungsbeteiligung.
Generalsekretär Dirk Niebel hatte das schon am Wahlabend formuliert und sich damit Brüderles Zorn zugezogen. Der Parteivize konnte sich auch gestern kaum beruhigen. "Wer zu viel vorgibt, erreicht am Ende das Gegenteil", meinte Brüderle und ergänzte spitz, Niebel sei als Generalsekretär der "erste Angestellte des Vorstandes, ich bin stellvertretender Parteivorsitzender".
Trotzdem wurde Niebels Auffassung im Präsidium allgemein unterstützt, berichtete ein Teilnehmer. Wenn es überhaupt zu einem Gespräch zwischen der SPD von Ministerpräsident Kurt Beck und der FDP komme, dann nur noch zur Abwicklung der gemeinsamen Regierung. Zum Beispiel gehe es darum, ob nicht der eine oder andere Staatssekretär und Abteilungsleiter der FDP sein Amt auch unter SPD-Führung behalten könne. "Die sind dort viele Jahre gut mit ein ander ausgekommen. Da muss man vor der Trennung noch einmal reden", sagte das FDP-Präsidiumsmitglied.
Insgesamt zog der FDP-Vorsitzende trotz des Verlustes zweier Regierungsbeteiligungen eine positive Bilanz des Wahltages. Nach dem Motto, dass das Glas auch als halb voll betrachtet werden kann, wies er darauf hin, dass die FDP anders als die Grünen und die Linkspartei in allen drei Landtagen vertreten sei und in Baden-Württemberg sogar "brillant" abgeschnitten habe. "Wir sind die dritte gesamtdeutsche Partei."