Bundespräsident Christian Wulff hat sich nach massivem Druck für seinen zögerlichen Umgang mit der Kreditaffäre entschuldigt, tritt aber nicht zurück. Er wolle sein Amt weiter gewissenhaft fortführen, kündigte Wulff am Donnerstag in einer persönlichen Erklärung im Berliner Schloss Bellevue an. Dafür bitte er die Bürger um ihr Vertrauen. Wulff räumte ein, dass er als niedersächsischer Ministerpräsident den Kredit über 500 000 Euro, den er bei der Gattin eines befreundeten Unternehmers für sein Haus aufgenommen hatte, vor dem Landtag in Hannover hätte offenlegen sollen. „Das war nicht geradlinig und das tut mir leid. Ich sehe ein, nicht alles was juristisch rechtens ist, ist auch richtig.“ Weiter versicherte Wulff in seiner vierminütigen Erklärung, private Freundschaften hätten seine Amtsführung nicht beeinflusst: „Dafür stehe ich.“ Zu keinem Zeitpunkt habe er in einem seiner öffentlichen Ämter jemandem „einen unberechtigten Vorteil gewährt“. Er bedauere deshalb entstandene Irritationen.

Zuvor war Wulffs Sprecher und langjähriger enger Vertrauter Olaf Glaeseker von seinen Aufgaben entbunden worden. Wulff bedauerte, dass er ihn entlassen musste. Glaeseker bat dem Vernehmen nach selbst um seine Ablösung.

Wulff sieht sich seit über einer Woche mit Kritik wegen eines Hausdarlehens und zu enger Kontakte zu reichen Unternehmern konfrontiert. Am Donnerstag erhob das Magazin „Der Spiegel“ weitere Vorwürfe. Danach bekam Wulff das Anschluss-Darlehen für sein Eigenheim von 500 000 Euro bei der BW-Bank zu auffallend günstigen Konditionen.

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