September wollen die mehr als 2000 Teilnehmer aus den 191 Unterzeichnerstaaten der UN-Konvention zum Kampf gegen die Desertifikation (UNCDD) über Gegenmaßnahmen beraten. Am kommenden Mittwoch und Donnerstag wollen Minister und Parlamentarier aus mehreren Ländern über das Thema sprechen. Zum Abschluss der Konferenz in der spanischen Hauptstadt soll ein Aktionsplan für zehn Jahre beschlossen werden, der aber nicht bindend sein wird.
Die Desertifikation bedroht laut einer im Juni veröffentlichten Studie der Vereinten Nationen ein Drittel der Menschheit. Direkt sind derzeit 200 Millionen Menschen davon betroffen, doch die Zahl könnte auf zwei Milliarden steigen. Das Phänomen der Wüstenbildung ist in den trockenen Regionen Asiens, des Nahen Ostens und Südamerikas zu beobachten sowie in Teilen Afrikas. Am stärksten betroffen sind laut UN Zentralasien und Afrika südlich der Sahara. Aber auch mehr als ein Drittel Spaniens ist von der Wüstenbildung bedroht. Die wirtschaftlichen Einbußen betragen nach UN-Angaben 47,6 Milliarden Euro jährlich.
Das Phänomen der Wüstenbildung gilt als eine der Ursachen für Hunger, bewaffnete Konflikte und Fluchtbewegungen. Als Ursachen gelten neben dem Klimawandel die Überbewirtschaftung von Land, schlechte Bewässerungstechniken und Überbevölkerung. Spaniens Umweltministerin Cristina Narbona sprach von einer "außergewöhnlichen Herausforderung im Hinblick auf Menschenrechte, Armut, Ungleichheit, Hunger und Hoffnungslosigkeit". (AFP/roe)