Er war zu dem Schluss gekommen, dass "Werte wie Würde, Selbstbestimmung, Respekt und Achtung vor Bewohnern nicht selbstverständlich und überall Beachtung finden" und hatte dies mit zahlreichen Einzelfällen illustriert. Das Problem sei die Haltung vieler Pflegekräfte gegenüber den ihnen anvertrauten Menschen, sagte die Vorsitzende des Brandenburger Seniorenrats, Sieglinde Heppener, am Donnerstag.

Daran würde auch eine bessere Bezahlung nichts ändern, wichtiger sei die öffentliche Achtung sowie der gesellschaftliche Stellenwert von Pflege. "Wir haben gute Gesetze und eine Pflegephilosophie, die nach Selbstbestimmung und Würde fragt. Aber die Gesetze müssen auch angewandt werden", so Heppener. Bedenklich sei auch der Widerspruch zwischen den Ergebnissen des Prüfberichts und der Benotung der Brandenburger Pflegeeinrichtungen durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK). Der MDK komme auf eine Durchschnittsnote 1,1: "Da werden Mängel direkt verdeckt", sagte Heppener.