Zwei Stunden lang stellte sich Claus-Dieter Wollitz in dieser Woche den Fragen der RUNDSCHAU. Gewohnt emotional, aber auch nachdenklich erklärte er die Hintergründe für die Krise. Energie wartet seit knapp drei Monaten auf einen Heimsieg. Die Folge: Platz neun und Mittelmaß in der 2. Fußball-Bundesliga. Falls das Team in den fünf Partien bis zur Winterpause nicht die Kurve bekommt, droht sogar der Abstiegskampf.

Für Wollitz ist das jedoch keine überraschende Entwicklung. Als im Sommer nicht die gewünschten Spieler verpflichtet werden konnten, sei ihm klar gewesen: „Für uns geht es nur darum, so schnell wie möglich 40 Punkte zu holen.“ Wollitz gibt aber auch zu: „Dass es so schlimm wird, hätte ich auch nicht gedacht.“

Ein Hauptgrund für die Stagnation der Leistungen sei die Transferpolitik im Sommer. Wollitz räumt selbstkritisch ein: „Bei zwei oder drei Spielern hat es einfach nicht gepasst.“ Trotz dieser Fehlgriffe bittet der Coach um Geduld mit seinem Konzept: „Man sollte in einer schwierigen Phase wie jetzt nicht das ganze Konstrukt infrage stellen.“

Zudem warnte er vor überzogenen Erwartungen: Von Energie den Aufstieg in die Bundesliga einzufordern, sei unrealistisch. Wollitz wünscht sich mehr Rückendeckung: „Mannschaft, Trainer, Funktionsteam und der Verein haben es verdient, dass man uns auch mal eine Durststrecke zugesteht.“ THEMA DES TAGES Seite 3