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Wolfsburg top und Erzgebirgskreis flop

Abgehängt: Die Ostdeutschen haben meist deutlich weniger im Portemonnaie.
Abgehängt: Die Ostdeutschen haben meist deutlich weniger im Portemonnaie. FOTO: dpa
Berlin. Wolfsburg ist die Stadt mit den im Mittel höchsten Löhnen in Deutschland – im Erzgebirgskreis verdienen die Menschen am wenigsten. Das geht aus der Antwort des Bundessozialministeriums auf eine Anfrage der Linken hervor. dpa/roe

Demnach liegt das mittlere monatliche Bruttoeinkommen in Wolfsburg bei 4610 Euro, gefolgt von Ingolstadt mit 4545, Ludwigshafen mit 4491 und Erlangen mit 4486 Euro. Im Erzgebirgskreis liegt der Wert im Mittel bei 2036 Euro. Den vorletzten Platz belegt Vorpommern-Rügen mit 2057, gefolgt von Elbe-Elster mit 2060 und Görlitz mit 2068 Euro.

Die Linken-Abgeordnete Sabine Zimmermann hatte nach den vier Kreisen und kreisfreien Städten mit den niedrigsten und den höchsten mittleren Bruttoarbeitsentgelten pro Monat gefragt. In ganz Deutschland liegt dies im Schnitt bei 3084 Euro.

Eine Erklärung für die Unterschiede ist die ungleiche Verteilung der Geringverdiener. In den vier Städten mit den höchsten Einkommen sind nur zwischen acht und zwölf Prozent Bezieher niedriger Einkommen mit weniger als zwei Dritteln des mittleren Lohns. In den vier Kreisen am unteren Ende der Skala ist jeder zweite ein Geringverdiener. Bundesweit sind es 20 Prozent.

Zimmermann sagte: "Angesichts der Lohnunterschiede kann nicht von gleichwertigen Lebensverhältnissen in Deutschland gesprochen werden." Ein Scheinargument sei es, wenn die geringeren Lebenshaltungskosten in Niedriglohnregionen angeführt würden. "Im Erzgebirgskreis kostet ein Auto oder der Einkauf im Supermarkt eben nicht die Hälfte weniger als in Hochlohnregionen."