Am Montag war man zunächst von 38 gerissenen Schafen und zwei Ziegen ausgegangen. Genaue Zahlen würden in den kommenden Tagen bekanntgegeben. Der Wolfsexperte des Landkreises Bautzen habe drei der Tierkadaver untersucht und anhand der Kehlbisse als Verursacher eindeutig einen Wolf identifiziert. Bei der Menge der gerissenen Tiere sei davon auszugehen, dass mehrere Wölfe die Herde angegriffen haben.

Der Vorfall ist der bislang schwerste Wolfsangriff in Sachsen. Zuletzt hatten Wölfe nach Angaben des Kontaktbüros Wolfsregion Lausitz im Jahr 2002 in der Muskauer und Neustädter Heide 33 Nutztiere gerissen. Von anderen Übergriffen seien maximal 15 Tiere betroffen gewesen.

Die Herde mit insgesamt 130 Schafen und Ziegen lebt in dem Naturschutzgebiet, um durch Grasen die Landschaft zu pflegen. In der Königsbrücker Heide lebt seit 2011 ein Wolfsrudel. Ob die ansässigen Tiere oder wandernde Wölfe auf Reviersuche für den Angriff verantwortlich sind, müsse anhand genetischer Proben untersucht werden, hieß es von der Naturschutzgebietsverwaltung. In Sachsen leben zehn Wolfsrudel und ein territorialer Wolf.