Nun möchte der Sachse auch verstärkt mit eigenen Titeln die Hitparaden erobern.
Wer kann schon einen Weltstar zu sich nach Hause holen. Liebt man die Musik von Roger Whittaker, gibt es allerdings eine gute Alternative: Wolf Junghannß. Per Anruf ist er zur Stelle und schmachtet anstelle des echten Stars "Abschied ist ein scharfes Schwert" oder "Albani". Ohne Tricks. Der Oschatzer singt live und mit Stil. Anzug und Hut sind ein Muss. Egal ob auf großer Bühne mit großen Promis, wie kürzlich mit Andy Borg, oder bei der Familienfeier im Wohnzimmer. In letzter Zeit bekommen die Fans immer häufiger neue Titel zu hören, die gar keine Roger-Whittaker-Schlager sind, aber so klingen. Selbst die Titelzeilen, wie "Ich brauche Deine Zärtlichkeit", "Halt Dich an mir fest” oder "Du bist in meinem Herz". Das Geheimnis: "Die Lieder sind extra für mich komponiert und getextet worden", erzählt der Vollblutmusiker. Inzwischen weiß er, dass sein Ohrwurm "Nur diese eine Nacht" gern als Quiz bei Tanzveranstaltungen mit der Frage eingesetzt wird: Wer singt da? Und alle sagen Roger Whittaker. "Ein schöneres Kompliment kann es für mich nicht geben", meint der ausgeglichene Kumpeltyp freudestrahlend.
Das hätte er sich mal nie träumen lassen. Damals, als er in den siebziger Jahren Elektromotoren für Schallplattenspieler montierte. Der Diplomingenieur sang und spielte zunächst nur nebenbei Gitarre in verschiedenen Bands. Ab 1980 tauschte er endgültig den Schraubenzieher gegen das Mikrofon ein und kämpfte sich (Sternbild Löwe) in die Garde der DDR-Schlagersänger.
In einem Urlaub auf Hawaii lernte er 1995 zufällig einen Musikmanager kennen, der für den musikalischen Sachsen ein Jahr später prompt eine Konzertreise durch Japan organisierte. "Ich hatte in fünf Wochen 27 Auftritt", erinnert er sich. Inzwischen ist Wolf Junghannß im Land der aufgehenden Sonne besser bekannt als in Deutschland. Für nächstes Jahr plant er die dritte Japan-Tournee. Zwar kann er seine Fans bereits in der Landessprache begrüßen, doch singt er ausschließlich auf Deutsch. "Das soll sich ändern. Ich bin gerade dabei, drei eigene Schlager ins Japanische übersetzen zu lassen und einzusingen", verrät er.
Klar ist Wolf Junghannß, dass die Roger-Whittaker-Schlager bei seinen rund 200 Auftritten im Jahr immer sein Zugpferd bleiben werden. Sein großes Idol sah er bisher übrigens erst einmal live bei einem Konzert 2005 in Leipzig. Und dort ließ es sich der Roger Whittaker made in Germany nicht nehmen, dem Weltstar eine Wolf-Junghannß-CD in die Hand zu drücken. "Er war überrascht und freute sich", beobachtete sein Imitator. Internet-Kontakt: www.rogermusic.de