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Wolfs-Entschädigung immer teurer

Potsdam. Insgesamt 350 000 Euro hat das Land Brandenburg zum Schutz von Weidetieren gegen Wolfsangriffe für dieses Jahr eingeplant. Das Geld gibt es für den Bau von sicheren Zäunen und die Anschaffung von Schutzhunden. dpa/si

Schon bis Ende April wurden für sechs Anträge von Landwirten rund 55 000 Euro bewilligt. Weitere 13 Anträge seien noch nicht bearbeitet. Das teilte das Brandenburger Umweltministerium der CDU-Landtagsfraktion auf Anfrage mit. Sollten sich aus den restlichen Anträgen ähnlich hohe Zuwendungen ergeben, wären die Haushaltsmittel schon fast zur Hälfte vergeben. Bereits im März hatte Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) geklagt, dass die Kosten für Prävention und Entschädigung "aus dem Ruder laufen".

Auch die Beihilfen zur Entschädigung für getötete Schafe und Kälber nämlich stiegen sprunghaft an. Im Jahr 2015 waren es noch rund 13 600 Euro, ein Jahr später bereits gut 45 000 Euro. In diesem Jahr sind es bis Mitte April bereits 16 600 Euro. Der Präsident des Landesbauernverbands (LBV), Henrik Wendorff, nannte die Hilfen zur Prävention von Wolfsattacken unzureichend. Die Schäfer und Landwirte wollten nicht mehr als Bittsteller auftreten, sagte Wendorff. Sie fordern daher endlich einen Rechtsanspruch auf Hilfen zum Schutz vor Wölfen.

Im Nachbarland Sachsen regelt seit beinahe zehn Jahren ein Wolfsmanagement-Plan die Unterstützung und vollständige Entschädigung von Landwirten und Schäfern.

In dieser Woche hat das Potsdamer Umweltministerium den Entwurf einer Wolfsverordnung vorgelegt, die auch den Abschuss von Problemwölfen regeln soll. Darüber zeichnet sich noch erheblicher Diskussionsbedarf ab.

Lausitz Seite 2