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Wolf Pumpaks rätselhaftes Verschwinden

Pumpak ist rätselhaft verschwunden.
Pumpak ist rätselhaft verschwunden. FOTO: Julian Stratenschulte (dpa)
Görlitz/Rietschen. Das Landratsamt Görlitz wird gegenwärtig keine weitere Genehmigung für den Abschuss des Wolfes Pumpak beim Freistaat beantragen. Das teilt dieser in einer Mitteilung mit. Christian Köhler

In der Nacht von Sonntag auf Montag war die erste Sondererlaubnis in Sachsen für den Abschuss eines Wolfes abgelaufen. Frank Meyer, Sprecher des Sächsischen Umweltministeriums, bestätigt: "Es liegt kein neuer Antrag für die Entnahme des Wolfes vor."

Insgesamt vier Wochen hatte das Ministerium dem Landkreis die Erlaubnis gegeben, den Wolf zu jagen. Dieser war zum Jahresende 2016 mehrmals in der Nähe von Wohnhäusern in der Gemeinde Rietschen aufgetaucht. Wie das Kontaktbüro "Wölfe in Sachsen" im Januar bestätigte, soll der Rüde vom polnischen Ruszow-Rudel im Nachbarland von Jägern angefüttert worden sein und deshalb positive Erfahrungen mit Menschen gesammelt haben. Deshalb, so entschied seinerzeit das Landratsamt, sei eine Vergrämung des Wolfes nicht mehr zielführend. Es komme nur noch der Abschuss infrage. Doch das erwies sich schwerer als gedacht: Pumpak ließ sich nur ein einziges Mal bei Quolsdorf (Landkreis Görlitz) im Januar blicken. Dann verloren sich seine Spuren und er tauchte nicht wieder auf.

"Letztlich weiß man nicht, was mit dem Wolf passiert ist", räumt Frank Meyer ein. Er könnte entweder abgewandert oder verstorben sein. Auch ein Zurückziehen während der Ranzzeit - der Paarungszeit der Wölfe - sei denkbar.

"Weil der Wolf nicht mehr gesichtet worden ist, sehen wir von einem erneuten Antrag auf einen Abschuss ab", erklärt Marina Michel vom Landkreis auf Nachfrage. Sollte der Wolf wieder auftauchen, werde jedoch ein neuer Abschuss-Antrag geprüft, hieß es.