"Die Rolle des Chefs der Staatskanzlei ist, dass man dafür sorgt, dass die Koalition gut und geräuschlos arbeitet, und dass möglichst ein Rad ins Andere greift", sagt Kralinski. "Die Menschen in Brandenburg wollen, dass es beim Regieren keine quietschenden Nebengeräusche gibt."

Geräusche, wie sie immer dann zu hören sind, wenn zwei Ministerien öffentlich unterschiedliche Auffassung vertreten - etwa als der damalige Verbraucherschutzminister Helmuth Markov (Linke) das Volksbegehren zur Massentierhaltung unterschrieben hatte, während Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) die Unterschriftensammlung ablehnte.

Die Staatskanzlei sei im Unterschied zu den Ressorts für die großen Linien der Regierungspolitik verantwortlich. "Dass diese Linien erkennbar sind, eingehalten werden und dass das Handeln der Regierung aus einem Guss kommt", sagt Kralinski, "dazu will ich meinen Beitrag leisten."

Der gebürtige Thüringer ist seit vielen Jahren eine feste Größe in der Brandenburger SPD. 1998, nach dem Studienabschluss in den Fächern Osteuropawissenschaften, Politik und Volkswirtschaftslehre, absolvierte Kralinski ein Praktikum bei Martin Dulig und der sächsischen SPD.

"Das war mitten im Bundestagswahlkampf", erinnert sich Kralinski. "Da bin ich dann mit Freude dabei geblieben." Und dann geriet er in Kontakt mit zwei wichtigen Strippenziehern der Brandenburger Sozialdemokratie: Im Jahr 2003 warb ihn der damalige SPD-Landesgeschäftsführer Klaus Ness nach Brandenburg ab, 2004 wurde er nach der gewonnenen Landtagswahl auf Veranlassung von Günter Baaske Fraktionsgeschäftsführer der SPD. Zehn Jahre später, 2014, bot ihm Dietmar Woidke den Staatssekretärsposten an. Als Bevollmächtigter des Landes Brandenburg am Sitz der Bundesregierung ging er nach Berlin. "Da konnte ich nicht Nein sagen", sagt Kralinski.

Eigene politische Schwerpunkte hat ein Chef der Staatskanzlei dagegen nur wenige. Mit einer wichtigen Ausnahme: der Medienpolitik, für die in Brandenburg der als "CdS" abgekürzte Staatssekretär zuständig ist.

Auch Kralinski will sich diesem Thema widmen. "Ich glaube, es ist irgendwann ein demokratiepolitisches Problem, wenn nur noch ein Viertel der Haushalte eine Tageszeitung hält und sich über dieses Medium über das politische Leben im eigenen Land informiert", sagt Kralinski.

Zudem werde es in den nächsten Jahren eine intensive Debatte über die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, insbesondere um die Rundfunkgebühr geben. "Wir brauchen einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk, der akzeptiert sein muss, der relevant sein muss und der auch finanzierbar bleiben muss."