Die vor einem Jahr zur Bekämpfung der Kriminalität eingesetzten drei Polizei-Hundertschaften an Brandenburgs Ostgrenze haben die Sicherheit nach Ansicht von Innenminister Dietmar Woidke (SPD) erhöht. "Die Entscheidung war richtig, die Polizeipräsenz in den Grenzregionen zwischen Schwedt und Forst zu verstärken", sagte Woidke im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Zudem sei der Verfolgungsdruck auf grenzüberschreitende Täterstrukturen deutlich verstärkt worden.

Die Hundertschaften würden auch in diesem Jahr die Landes- und Bundespolizei in der Grenzregion unterstützen. "Sie arbeiten eng mit den polnischen Polizei- und Justizbehörden zusammen", erläuterte Woidke. "Ich bin froh darüber, dass wir in den vergangenen Monaten auch einen stärkeren Verfolgungsdruck von polnischer Seite auf Straftäter verzeichnen konnten."

Deshalb gelinge es immer häufiger, die Organisationen der Täter, zum Beispiel in der Autokriminalität, besser ins Visier zu bekommen und zu zerschlagen. Eine Bilanz der Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2012 werde das Innenministerium im März in Potsdam vorlegen.

"Wir nehmen die Besorgnisse der Menschen sehr ernst und versuchen, bei der Aufklärung von Straftaten noch besser zu werden", sagte Woidke. Er riet betroffenen Bürgern, umgehend die Polizei informieren. Wichtig sei auch, dass sich Unternehmer über präventive Maßnahmen gegen den Diebstahl etwa von Landmaschinen informierten, etwa über den Einsatz von künstlicher DNA. "Es geht nicht, wenige Kilometer von der Grenze entfernt Werte in Millionenhöhe ungeschützt herumstehen zu lassen", betonte der Minister.

Seit dem Beitritt Polens zum Schengenraum 2007 und dem Wegfall der Grenzkontrollen habe es bei bestimmten Kriminalitätsbereichen Steigerungsraten von zehn bis zwanzig Prozent gegeben. "Das war nicht mehr hinnehmbar", meinte Woidke. "Deshalb war die Entscheidung für den Einsatz der Hundertschaften notwendig. Sie wird solange Bestand haben, wie wir dort die besondere Kriminalitätslage haben."