In einem Brief an die Wirtschafts- und Umweltminister Siegmar Gabriel und Barbara Hendriks (beide SPD), sowie Kanzleramtschef Peter Altmeier (CDU) fordert er, Formulierungen zu einem Verbot von Investitionen in neue Kohlekraftwerke und Tagebauerweiterungen ersatzlos zu streichen. Für den Tagebau Welzow-Süd sei die Fortführung des Tagebaus in das Erweiterungsfeldes landesplanerisch genehmigt. Die planmäßige Fortführung sei nötig, um Strukturbrüche zu verhindern und auch die langfristig angelegte Rekultivierungsplanung nicht finanziell zu gefährden.

Woidke stellt sich neben weiteren Kritikpunkten mit klaren Worten auch gegen die Einsetzung einer Kommission, die im Auftrag der Bundesregierung einen "politisch vorbestimmten Kohleausstieg" vorbereiten soll. Brandenburgs Ministerpräsident kritisiert außerdem, das ohne Einbeziehung der betroffenen Bundesländer deutlich verschärfte Formulierungen zu Lasten der Kohle in den Entwurf des Klimaschutzplanes eingefügt wurden. Bis heute seien diese Formulierungen der Landesregierung nur durch "Dritte" bekannt geworden. Woidke wandte sich am Dienstag auch direkt an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und bat sie, die Kritikpunkte aus seinem Schreiben bei der Beratung des Bundeskabinettes zu berücksichtigen.

Das Kabinett soll am Mittwoch den deutschen Klimaschutzplan 2050 beschließen. Darin sind deutliche Verringerungen des Kohlendioxidausstoßes, auch im Bereich Energiewirtschaft geplant. Der Anteil von Wind- und Solarstrom, so bisher bekannt gewordene Formulierungen aus dem Plan, soll sich bis 2030 verdoppeln.

Update 17:03Uhr:

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) hatte die Kohleklauseln in dem Plan schon am Sonntag als "katastrophale Fehlentscheidung" bezeichnet. Nach Auskunft des sächsischen CDU-Generalsekretärs und stellvertretenden Fraktionschefs im Bundestag, Michael Kretschmer, seinen die Klauseln seit Dienstagnachmittag wieder gestrichen.