Das Geld sei vor allem in die Sanierung und Modernisierung des Bestandes und des Wohnumfeldes geflossen, teilten die beiden wohnungswirtschaftlichen Verbände gestern in Magdeburg mit. Zudem sei mit der Umsetzung des Stadtumbauprogramms begonnen worden. Etwa 1000 Wohnungen wurden durch Abriss vom Markt genommen. In den kommenden zehn Jahren sollen insgesamt 106 000 Wohnungen abgerissen und weitere 155 000 saniert werden.
Die Verbände betonten aber, dass die bisher umgesetzten Maßnahmen angesichts von 240 000 leer stehenden Wohnungen im Land nur ein Tropfen auf den heißen Stein seien. Wegen der späten Bereitstellung seien in diesem Jahr nur etwa 15 Prozent der vorgesehenen Fördermittel für den Stadtumbau abgeflossen. Das Land müsse sicherstellen, dass das Geld in das kommende Jahr übertragen wird. Außerdem müssten die langwierigen bürokratischen Verwaltungsabläufe unbedingt vereinfacht werden.
Der Mietausfall aus dem Wohnungsleerstand werde in diesem Jahr 200 Millionen Euro übersteigen, hieß es weiter. Der Zuwachs des Wohnungsleerstandes sei in diesem Jahr größer gewesen als der Leerstandsabbau durch Abriss. Der Stadtumbau müsse deshalb deutlich an Dynamik gewinnen. Da er zu einer Infrastrukturverbesserung in den Städten führe, müsse er außerdem aus den Mitteln des Solidarpakts II mitfinanziert werden können.
Die Verbände sprachen sich gegen die Wiedereinführung der Vermögenssteuer aus. Davon wären fast alle Wohnungsunternehmen betroffen, obwohl viele hohe Verluste hätten. "Das würde zu der paradoxen Situation führen, dass der Staat existenzbedrohte Wohnungsunternehmen fördert und gleichzeitig über die Vermögenssteuererhebung diese Förderung wieder kassiert", hieß es. (dpa/wie)