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„Woher kommt das Geld?“ - Bistum Limburg zeigt Schau zu Finanzen

Limburg. Das Bistum Limburg arbeitet weiter an der Bewältigung seiner Krise. Mit Offenheit will es nach dem Skandal um Ex-Bischof Tebartz-van Elst neues Vertrauen schaffen. Dazu zählt auch eine Ausstellung zum Kirchengeld. Von Carolin Eckenfels, dpa

Das Bistum Limburg will nach dem Skandal um seinen kostspieligen neuen Bischofssitz Schritt für Schritt Vertrauen zurückgewinnen. Dafür erlaubte es in den vergangenen Monaten bereits Einblicke in seine Finanzbücher - und auch in die 31 Millionen Euro teure Residenz. Nun soll eine Ausstellung das Verhältnis von Kirche und Geld erhellen. "Wir wollen aufklären", sagt Johannes Müller-Rörig von den Machern der Schau, die am Mittwoch eröffnet wurde. Sie sei auch ein Gesprächsangebot, fügt Pfarrer Wolfgang Rösch von der Bistumsleitung hinzu.

Die Ausstellung fragt etwa danach, woher das Geld des Bistums kommt und ob eine Milliarde Euro - auf diesen Betrag summiert sich das Vermögen - viel sind für eine Diözese. Zudem geht es um die Kirchensteuer und - allerdings nur kurz - die Affäre um den neuen Amtssitz und den früheren Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst. Es waren die horrende Kostensteigerung beim Bau und auch sein Verhalten, die den Oberhirten vor gut einem Jahr sein Amt kosteten.

Die Ausstellung mit dem Titel "Von den irdischen Dingen - Kirche und Geld im Bistum Limburg" hat die Katholische Erwachsenenbildung im Bistum konzipiert. Sie befindet sich mit ihren 17 Schautafeln zumindest am Eröffnungstag im Epizentrum des Skandals: im Untergeschoss der Residenz mit ihrem edlen Design, den Antiquitäten und Fensterrahmen aus Bronze.

Über den Tafeln steht jeweils eine Frage: "Woher kommt das Geld - wohin geht es?" Oder: "Weshalb benötigt das Bistum Vermögen?" Es seien auch Fragen aus dem Kirchenvolk, erläutert Ausstellungsmacher Müller-Rörig. Auf die Idee zur Schau sei er 2013 gekommen. Damals steuerte der Finanzskandal auf seinen Höhepunkt zu. Bei einer Chorprobe sei er auf die Vorgänge im Bistum angesprochen worden. Es habe auch speziell Fragen zu den Kirchenfinanzen gegeben. Also entstand zunächst ein Vortrag - und nun die Schau.

Eine der Schautafeln widmet sich auch der Frage: "Was muss besser, was anders werden?" Eine Antwort dazu: "Transparenz ist Pflicht und Voraussetzung für ein gedeihliches Miteinander beim Umgang mit Geld."

Die Ausstellung ist noch bis zum 30. April zu sehen, allerdings nicht mehr in der Residenz, sondern im bischöflichen Ordinariat nebenan. Danach soll die Ausstellung durch die Gemeinden wandern.