Beamte der Bundespolizei fanden das tote Tier am Donnerstag in Bautzen im Gleisbett der Strecke Görlitz-Dresden. Zuvor sei ein entsprechender Hinweis bei der Notfallleitstelle eingegangen, teilte die Bundespolizei weiter mit. Mitarbeiter des Lupus Instituts für Wolfsmonitoring und -forschung konnten den Kadaver bergen und zur weiteren Untersuchung abtransportieren.

"Der Kadaver wird zur weiteren routinemäßigen Untersuchung an das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin verbracht", teilte das Wolfsbüro am Nachmittag mit. Unklar ist, zu welchem Rudel das Tier gehören könnte. "Das Territorium des Cunewalde Rudels, welches im Jahr 2015/2016 erstmals nachgewiesen wurde, ist das nächstgelegene Wolfsterritorium zum Fundort. Aus diesem Gebiet liegen allerdings aus dem letzten Jahr nur wenige Wolfshinweise vor, sodass das Vorkommen von Wölfen dort aktuell ungeklärt ist", so Projektleiterin Vanessa Ludwig. Mehr Informationen zur Identität der toten Wölfin werde die Untersuchung von genetischen Proben am Senckenberg Institut für Wildtiergenetik in Gelnhausen bringen.

Spannend ist auch die Frage, was den Wolf so nah ans Stadtgebiet von Bautzen trieb. "Der Nachweis von Wölfen in unmittelbarem Einzugsgebiet einer größeren Stadt ist selten. Jedoch ist auch von anderen Wildtieren bekannt, dass sie gelegentlich in Siedlungsgebiete kommen", so Vanessa Ludwig. Wie diese Wildtiere meide auch der Wolf die direkte Begegnung mit Menschen, jedoch nicht die menschlichen Strukturen. "Der Fund der toten Wölfin im Siedlungsbereich liefert keinen Anlass für Sorgen wegen einer potenziellen Gefährdung von Menschen durch Wölfe", versichert die Projektleiterin.