Die einzige Sprache, die auf dem Schülerausweis fehle, sei ausgerechnet Niedersorbisch. Vertreter des Potsdamer Bildungsministeriums zeigten sich von der Beobachtung überrascht. Für die Herausgabe der Schülerausweise sei die Schule zuständig. In der Verwaltungsvorschrift zum Schulbetrieb werde ausdrücklich festgeschrieben, dass die Schülerausweise an Schulen im Siedlungsgebiet der Sorben und Wenden "alle Angaben auf dem Schülerausweis in sorbischer/wendischer Sprache" enthalten sollen.

Besorgt zeigte sich das Gremium über den anhaltenden Mangel an Lehramtskandidaten für das Unterrichtsfach Niedersorbisch. Derzeit gebe es keinen einzigen Referendar für das Fach, es sei auch kein angehender Lehrer bekannt, der sich darauf vorbereite, sagte Michael Koch von der Regionalstelle Cottbus des staatlichen Schulamtes. "Wir sind sehr daran interessiert, Absolventen etwa des Niedersorbischen Gymnasiums in das Lehramtsstudium nach Leipzig zu bekommen." Mithilfe des Vertretungslehrerprogramms könnten auch Menschen, die Sorbisch sprechen, aber keine Lehrer sind, als Quereinsteiger an den Schulen beschäftigt werden. "Wir sind hoffnungsfroh, auch Seiteneinsteiger berücksichtigen zu können", sagte Koch. "Es können sich alle bei uns bewerben."

Auf Nachfrage des Ratsmitgliedes Janhoefer sicherten Koch und die zuständige Abteilungsleiterin im Bildungsministerium, Katrin Düring, ferner zu, dass das künftige Schulamt Cottbus nach der Neuorganisation im Januar auch ein sorbisches Türschild sowie zweisprachige Briefbögen erhalten werde.