Es führt den Besucher vielmehr auf lebendige Art durch die Geschichte eines Handwerkes, das in dem ostsächsischen Ort eine bis ins 17. Jahrhundert zurückreichende Tradition hat.
1666 bereits wurde in Großschönau Damast gewebt, 1856 wurde in dem Ort der erste Frottierwebstuhl Deutschlands in Betrieb genommen. Auch heute noch hält sich die Textilindustrie in der Gemeinde nahe der tschechischen Grenze - wenn auch deutlich abgespeckt im Vergleich zu DDR-Zeiten. Mit den Betrieben Frottana und Damino haben zwei größere Firmen die Privatisierungsphase nach der Wiedervereinigung heil überstanden. Von den einst mehr als 3000 Arbeitsplätzen sind aber nur noch rund 300 geblieben.
Industriebrachen erinnern an frühere Zeiten. Der parteilose Bürgermeister Frank Peuker sieht den Ort noch immer mitten im Strukturwandel. Mit der Lage Großschönaus am Rande des Zittauer Gebirges hofft er auf den Tourismus, weiß aber auch: "Vom Tourismus allein kann man auch nicht leben." Er zeigt sich froh darüber, dass sich Frottana und Damino "gut am Markt behauptet" hätten.
Das Museum nennt Peuker "unsere Perle". Auch in dieser finanziell schwierigen Zeit habe sich der Gemeinderat ausdrücklich zu der Einrichtung bekannt. 13 000 Besucher schauten sich im vergangenen Jahr laut Museumsleiter Peter Becker die Ausstellungsstücke an. "Die Besucherzahlen sind seit 2000 etwa gleich bleibend." Vor allem Reisebusse steuern das idyllisch am Flüsschen Mandau gelegene Museum an. Zu sehen gibt es im Stammgebäude unter anderem wertvolle Damaste aus dem 18. und 19. Jahrhundert und eine Weberstube.
Clou ist aber der 1996 eröffnete Neubau, in dem rund 40 funktionstüchtige Maschinen ausgestellt sind - von einer Spulerei bis hin zu fast schon garagengroßen Webstühlen. Seit 1996 trägt das Museum auch den Namen Deutsches Damast- und Frottiermuseum, weil es in seiner Art als bundesweit einzigartig gilt.
Ein Förderverein hatte die Maschinen nach der Wende vor der Verschrottung gerettet. Seitdem hegen und pflegen die mehr als 100 Mitglieder des Vereins den Gerätepark. Die meisten von ihnen haben früher selbst noch in der örtlichen Textilfertigung gearbeitet. Der Besucher des Museums bekommt die Maschinen in Aktion präsentiert. Er kann beobachten, wie unter Rattern und Knattern Stück für Stück etwa ein Handtuch entsteht. Der Förderverein hat sich zum Ziel gesetzt, die Erinnerung an das die Region prägende Handwerk wach zu halten. "Der Besucher soll nachvollziehen können, wie das funktioniert hat", sagt der Vorsitzende des Vereins, Gottfried Pilz.
Service: Das Deutsche Damast- und Frottiermuseum ist Dienstag bis Freitag von 10 bis 12 Uhr und von 13 bis 16 Uhr geöffnet. Jedes erste und dritte Wochenende im Monat ist es zusätzlich auch am Samstag und Sonntag von 13 bis 16 Uhr offen.
Museum im Internet: www.deutschesdamast-undfrottiermuseum.de