Oktober 2005 warten, ehe eine ringförmige Sonnenfinsternis über dem Atlantik, Spanien, dem Mittelmeer, Nordost-Afrika und dem Indischen Ozean auch von Deutschland aus als Teilfinsternis wieder zu sehen sein wird.
Das Ereignis selbst, die plötzliche Verdunkelung der Sonne, löste in früheren Zeiten bei den Menschen meist Angst und Schrecken aus. In so gut wie allen Kulturen wurde die Sonne als Lebensspender gesehen - und ihr Verschwinden dementsprechend als Katastrophe. Erst mit den modernen Methoden der Wissenschaft konnte das Phänomen schlüssig erklärt werden - die Völker der Erde tappten bis dahin lange im Dunkeln und mussten sich mit anderen Erklärungen behelfen.
Die Chinesen und viele andere Völker glaubten lange Zeit, dass ein Drache oder ein anderes gefürchtetes Tier das Leben spendende Gestirn verschlinge. Mit Geschrei, Trommelschlägen und anderem Lärm gelang es jedoch immer wieder, das Ungeheuer zu "vertreiben". Die Indianer sollen brennende Pfeile in den Himmel geschossen haben, um die vermeintlich erloschene Sonne wieder anzuzünden.
Sehr früh gab es aber auch schon rationale Einschätzungen. Der griechische Philosoph Plutarch beschrieb, wie beim Auslaufen der athenischen Kriegsflotte zu Beginn des Peloponnesischen Krieges im Jahr 431 vor Christus das Sonnenlicht verschwand, was die Schiffsbesatzungen als ein "gewaltiges Zeichen" sahen. Plutarch hielt einem verängstigten Steuermann seinen Mantel vor die Augen und fragte ihn kühl nach dem Unterschied zwischen den beiden Ereignissen. Mit Übernatürlichem habe das nichts zu tun - der Gegenstand, der die Sonne verdunkle, sei nur größer als sein Mantel.
Eine Sonnenfinsternis stiftete auch mindestens einmal in der Geschichte Frieden: Im Jahre 585 vor Christus standen sich in Kleinasien die Lyder und die Meder gegenüber, als sich mitten in der Schlacht der Himmel verdunkelte. Die verfeindeten Völker schlossen erschrocken Frieden. (dpa/ta)