Ja, die Wölfe. Damit ist eigentlich genug gesagt. Jedes zusätzliche Wort, nein jeder zusätzliche Laut - und man spornt einen Streit an in der Lausitz. Aber eins kann eigentlich keiner bestreiten: Die Rückkehr der Wölfe hat die Lausitz in Europa und der Welt schon ein ganzes Stück bekannter gemacht.

So bekannt, dass sie jetzt eine neue Comicbuch-Serie inspiriert haben: "Wölfe der Lausitz" heißt sie und wird im Sommer in den USA, in Kanada, Großbritannien und Australien erscheinen, im Herbst dann in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Die zunächst auf drei Bände angelegte Geschichte erzählt von dem Schüler Fabian am Ludwig-Leichhardt-Gymnasium in Cottbus, dessen Werwolf-Erbe zu seinem 17. Geburtstag erwacht.

Fortan kämpft er darum, einem uralten Familiengeheimnis auf die Spur zu kommen, wird in mystische Prophezeiungen und große Verschwörungen verstrickt. Nebenbei muss er weiter die Schulbank drücken - und seine erste große Liebe für sich gewinnen. Eugene Perez und Johan Go zeichnen die Geschichte um die Wölfe aus der Lausitz. Beide arbeiten auf den Philippinen.

1. Der Comic bekommt ein Gesicht

Bevor ein Comic entsteht, gibt es dazu - ähnlich wie beim Film - ein Skript. In dem Skript werden die einzelnen Comic-Bilder (genannt "Panels") beschrieben, ebenso enthält das Skript den Dialog. Für die Zeichner ist das wichtig, um einschätzen zu können, wie viele Sprechblasen auf dem Panel sein werden und wie sie die Zeichnung planen müssen. Anhand der Skizze wird zum Beispiel darüber diskutiert, ob die Panel anders geschnitten werden oder die Perspektive geändert wird. Die Skizze macht der sogenannte "Line Artist".

2. Einmal saubermachen bitte

Sobald anhand des Drehbuchs und der Skizze klar ist, wie die endgültige Seite aussehen soll, macht sich der Line-Artist an die Reinzeichnung. Viele Zeichner arbeiten dabei mit einem elektronischen Zeichentablett, um die Reinzeichnung digital vorliegen zu haben und später leichter bearbeiten zu können. Als Grundlage dienen ihm neben der Skizze die Produktionsnotizen mit den Änderungswünschen.

3. Wie die Farbe in den Comic kommt

Wenn die Reinzeichnung abgeschlossen ist, gibt der Line-Artist seine Arbeit ab an den Color-Artist. Der Color-Artist kümmert sich dann um das Einfärben der Figuren und Schauplätze. Dazu hat er alle Vorgaben in der sogenannten "Produktionsbibel" zusammengefasst. Dort sind wichtige Schauplätze und Charaktere abgebildet und dienen ihm als Vorlage. Die Produktionsbibel soll sicherstellen, dass ein Charakter im Lauf der Geschichte nicht einmal mit schwarzen, dann mit blonden Haaren gezeichnet wird. Allerdings: Die vielen kleinen Charaktere und Schauplätze sind in der Produktionsbibel oft nicht enthalten. Der Color-Artist schaut dann selbst, welche Farben am besten passen. Alle colorierten Seiten hat er natürlich immer griffbereit, um Farbtöne abzustimmen und abzugleichen.

4. Der Comic lernt sprechen

Beim letzten Schritt in der Herstellung kommen die Sprechblasen und Texte. Diese werden nur elektronisch hinzugefügt, damit für verschiedene Sprachversionen der Text problemlos getauscht werden kann. Aus dem Drehbuch werden die Dialoge dann für den Comic umgesetzt. Die Form der Sprechblase gibt dem Text eine zusätzliche Bedeutungsebene. Wird normal gesprochen, ist die Sprechblase oval; denkt ein Charakter, hat die Sprechblase die Form einer Wolke, wenn mit Befehlston gesprochen wird, erhält die Sprechblase harte Ecken.

Hintergrund
Die Wölfe-Comics vertreibt der US-Konzern Amazon zunächst als eBooks. Danach erscheinen sie im traditionellen Buchhandel. Die RUNDSCHAU druckt den ersten Band vorab exklusiv ab und wird in den nächsten Wochen mehr über die Macher, über Wölfe und Werwolf-Mythen der Lausitz verraten. Den ersten Teil des Comics finden Sie in Ihrer gedruckten RUNDSCHAU auf Seite 14 oder im ePaper .

Mehr Infos unter: www.woelfe-der-lausitz.de