Die Schienenwege, das Straßennetz, überhaupt alles, was sich aus ihrem Ressort auf einer Landkarte darstellen lässt, hängt dort an der Wand.

Anderen Potsdamer Politikern würde man diesen Überblick zuweilen ebenfalls wünschen. Zum Beispiel der früheren Ministerin und jetzigen Verkehrspolitikerin der Linken, Anita Tack. Sie hatte Anfang der Woche eine Kleine Anfrage an die Landesregierung eingereicht, in der sie sich nach den Auswirkungen geplanter Fernzüge auf der Strecke Berlin - Oranienburg - Rostock auf den Regionalverkehr erkundigte. Soweit, so gut. Die Frage ist berechtigt, auch wenn der unterschwellig mitschwingende Lösungsansatz, den hoch subventionierten Regionalverkehr dem eigenwirtschaftlichen Fernverkehr vorzuziehen, bei Steuerzahlern und Vielfahrern gleichermaßen für ein dezentes Magengrummeln sorgen dürfte.

Doch Tack fragt auch: "Welche Auswirkungen hat der Einsatz des Fernzuges ab Berlin auf den RE2, der aus Cottbus kommt?" Moment - auf den RE 2? Dieser Zug fährt in der Tat von Cottbus nach Berlin. Doch er benutzt ab Ostbahnhof die Berliner Stadtbahn, um dann über Spandau und Wittenberge nach Wismar weiterzufahren. Die Bahnlinie von Berlin nach Rostock berührt diese Verbindung überhaupt nicht: Denn die Züge nach Rostock beginnen im Keller des Berliner Hauptbahnhofs, der RE 2 fährt oben darüber. Weswegen es am Ende wohl gut wäre, würde sich die Abgeordnete Tack ähnlich wie Ministerin Schneider einige Netzpläne in ihrem Büro aufhängen. Denn ein einfacher Blick auf eine Landkarte kann zuweilen dazu führen, dass sich manche Fragen schlicht nicht stellen.