Der Internationale Männertag rückt das vermeintlich starke Geschlecht heute in den Fokus - und macht etwa auf Benachteiligungen aufmerksam.

Kindheit: Jungen reagieren offenbar empfindlicher auf soziale Nachteile als Mädchen, wie US-Forscher der Northwestern University herausfanden. Sie studierten Daten von mehr als einer Million Kinder, die zwischen 1992 und 2002 in Florida geboren wurden. Fazit: Der Einfluss des Umfelds mündet bei Jungen im Vergleich zu Mädchen etwa in schlechteren Schulnoten, Lernschwächen, auffälligerem Verhalten und höherer Wahrscheinlichkeit für Straftaten im Jugendalter.

Gesundheit: Männer schätzen ihren Gesundheitszustand subjektiv besser ein als Frauen - dabei leben sie oft ungesünder. Rauchen, Alkohol, Übergewicht und Stress können Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen. Männer seien weniger aufmerksam für Symptome, glaubt die Expertin für Männergesundheit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Monika Köster. Regelmäßige Arztbesuche seien Männer nicht gewöhnt. Ihnen werden auch weniger Medikamente verordnet, mit Ausnahme der Gruppen bis neun Jahre und 60 bis 75, wie aus dem AOK-Arzneimittelreport hervorgeht.

Hygiene: Beim Händewaschen kann von Gleichstellung nicht die Rede sein. Frauen gaben in einer BZgA-Umfrage "signifikant häufiger" als Männer an, sich die Hände zu waschen. Das zeigen laut BZgA auch Studien der London School of Hygiene & Tropical Medicine mit 250 000 Besuchern von Raststätten-Toiletten. Ergebnis: Nicht einmal jeder dritte Mann benutzte Wasser und Seife. Aber 64 Prozent der Frauen.

Lebenserwartung: Im Schnitt werden Männer in Deutschland 77,7 Jahre alt - Frauen werden fünf Jahre älter. Eine Ursache: Männer haben deutlich mehr Unfälle, die meisten in der Freizeit.