Doch der Platz vor dem Fortunaportal leidet zunehmend unter dem "Brandenburger-Tor"-Syndrom: Ganz ähnlich, wie sich der Pariser Platz in Berlin zum wichtigsten Ort für Demos und Protestaktionen entwickelt hat, wo kaum ein Tourist das Berliner Wahrzeichen noch ohne als Maiskolben verkleidete Umweltaktivisten und andere Protestierer auf seinem Speicherchip bannen kann, wird auch der Alte Markt in Potsdam zunehmend zum Ort politischer Auseinandersetzungen. Vor Landtagssitzungen demonstrieren Lehrer, Polizisten oder Förster. Selbst eine im Landtag vertretene Fraktion versuchte bereits, den Mangel an politischem Erfolg im Parlament durch lautstarken Protest vor dessen Türen zu kompensieren.

Und erst kürzlich sah man in Potsdam noch ein weiteres, aus Berlin bereits bekanntes Phänomen: Um welchem Protest auch immer besonderen Ausdruck zu verleihen, wird Gerümpel auf den Platz gekippt - in diesem Fall eine häßliche Metallstatue, mit der Aktivisten gegen Folter protestieren wollten. Womit sie leider nicht die schlechten Redebeiträge mancher Hinterbänkler im Landtag meinten, sondern die real existierende Situation in den Schurkenstaaten dieser Welt. Weil sich ja deren Herrscher ganz bestimmt durch eine Metallstatue vor einem Parlament fern ihrer Heimat mehr beeindrucken lassen als von einem Haftbefehl des internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag.