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| 02:34 Uhr

Wissenschaftler kritisieren Mega-Kreise

Geplanter Mega-Kreis.
Geplanter Mega-Kreis. FOTO: fotolia
Cottbus/Potsdam. Wissenschaftler der Universität Potsdam haben die rot-rote Landesregierung aufgefordert, die geplante Kreisreform deutlich zu überarbeiten. Sie bieten der Politik an, bei der Digitalisierung in den Verwaltungen zu helfen. Ch. Taubert

In einem offenen Brief an die Landesregierung zur geplanten Kreisreform haben Wissenschaftler der Uni Potsdam vor dem Verlust lokaler Identität und des Vertrauens in Politik und Verwaltung gewarnt. Die Forscher des Institutes für Wirtschaftsinformatik und digitale Gesellschaft verweisen darauf, "dass in einer Zeit der Unsicherheit durch Migration und Globalisierung die lokale Identität und das Vertrauen in Politik und Verwaltung vor Ort von hoher Bedeutung ist". Geplante Kreise mit riesiger Ausdehnung würden aber zu Identitätsverlust und auch zu einer geminderten Bereitschaft zur Teilhabe führen.

Wie Felix Rösel vom Dresdner Ifo-Institut in Studien (RUNDSCHAU berichtete) kommen auch die Potsdamer zu dem Ergebnis, dass mit der Kreisreform keine Einsparziele nachgewiesen werden. Sie befürchten vielmehr Politikverdrossenheit, stärkere Entfremdung oder Zuwachs rechtspopulistischer Parteien.

Das Angebot an die Politik lautet, bei der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung zu helfen, denn erhebliche Effizienzgewinne würden sich auch ohne Zusammenlegung der Kreise ergeben.

Unterdessen hat Ex-Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD) vorgeschlagen, den Streit um die kreisfreien Städte beizulegen, indem sie sich in den künftigen Kreisnamen wiederfinden: Brandenburg-Havelland, Frankfurt-Oderland und Cottbus-Niederlausitz.

Mehr zum Reformprojekt: www.lr-online.de/kreisreform