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| 08:26 Uhr

Düsseldorf
Vulkan und Kraftwerk

Düsseldorf. Sommerzeit ist Festivalzeit. Besonders Spaß machen Konzerte an ungewöhnlichen Orten - an Hochöfen, Rennbahnen oder Eifler Vulkanmaaren.

Im Sommer drängt es den Musikfreund nicht nur in die Ferne. Auch in Nordrhein-Westfalen gibt es feine Festivals, die für jeden Geschmack etwas bereit halten. Das Spektrum reicht von Klassik bis Pop und Klezmer. Hier ein kleiner Überblick über die verschiedenen Angebote:

Mondän auf der Pferderennbahn Tocotronic sind der Headliner des Open Source Festivals, das am 14. Juli in Düsseldorf auf der Rennbahn in Grafenberg stattfindet. Das Schöne an dieser Institution: Hinter der Bühne bietet sich dem Zuschauer immer noch ein Extra-Gratis-Schauspiel. Der Sonnen-Untergang nämlich, und wo hat man das schon. Cigarettes After Sex treten außerdem auf, Joan As Police Woman und Zugezogen Maskulin. Genau genommen ist es aber völlig egal, wer die Musik macht, zum Open Source geht man in erster Linie wegen der Atmosphäre, die so etwas Britisches hat. Am Tag zuvor gibt es in diesem Jahr übrigens erstmals einen Kongress, bei dem Referenten und Vortragende am selben Ort, an dem tags drauf musiziert wird, wild denken. Richard David Precht entwirft die Zukunft der Arbeit. Mikki Blanco denkt über Gender nach. Ziel ist, einen Blick in die Zukunft zu werfen, und kein Gebiet wird dabei ausgelassen, von Ernährung bis zur Kunst. hols

Info Open Source Festival, Kongress am 13. Juli, Festival am 14. Juli. www.open-source-festival.de und www.congress.open-source-festival.de

Zwischen Öfen und Rohren

Beim Traumzeit-Festival stimmt nicht nur die Musik, sondern auch das Umfeld. Das Festival findet im Landschaftspark Duisburg-Nord statt, einem ehemaligen Hüttenwerk. Zwischen Schornsteinen und Rohren und in stillgelegten Werkshallen treten unter anderem die Postrockband Mogwai und die wiedervereinigte Shoegaze-Band Slowdive auf, außerdem Blumfeld, The Jesus And Mary Chain, Faber und die Mighty Oaks. Zwei Dutzend Bands stehen bislang auf dem Spielplan, und wem ein Konzert einmal nicht zusagt, der macht sich halt auf zu einem Spaziergang durch den schönen Landschaftspark. Das Festivalticket für drei Tage kostet 75 Euro. kl

Info Traumzeit-Festival in Duisburg, 22. bis 24. Juni, www.traumzeit-festival.de

Musik auf dem Vulkan Die Eifel ist keineswegs ein einheitliches Terrain aus Wiesen, Hügeln und Flüsschen, an dem sich literarisch relevante Kriminalfälle ereignen. Es gibt hier das Liebliche und Schrundige, das Fromme und Heidnische - die Eifel ist ein gewaltiges Biotop. Seit Jahren gibt es im Süden der Eifel, da wo die Maare sind, ein kleines, aber feines Open-Air-Festival. Unter dem Motto "Klassik auf dem Vulkan" gibt es am Gemündener Maar bei Daun (Vulkaneifel) drei Konzerte mit ganz unterschiedlicher, aber pfiffiger Ausrichtung. Zunächst gastiert die Band Brings mit einem reichen Mitbringsel aus Stimmungsliedern und auch besinnlicher Melodien (7. Juli), danach reist der weltberühmte Klezmer-Klarinettist Giora Feidman mit dem Gershwin-Quartett an (13. Juli). Das Finale bildet ein Abend unter dem Motto "Spirit of Smokie" (14. Juli), der die Tradition der legendären Gruppe weiterträgt. Die Karten kosten bei allen Konzerten von 30 bis 42 Euro. w.g.

Info Klassik auf dem Vulkan in Daun, 7. bis 14. Juli, www.klassikaufdemvulkan.de

"Spannungen" im Kraftwerk

Seit es dieses Festival im kleinen, aber ungemein hübschen Eifelort Heimbach gibt, zählt es eine große Zahl von treuen und sehr treuen Fans, die alljährlich die besondere Atmosphäre des Konzertortes und eine wertvolle Auswahl an Künstlern und Programm genießen wollen. Im Juni 1998 fand "Spannungen" erstmalig statt. Mit dem Pianisten Lars Vogt als künstlerischem Leiter begeisterten die Konzerte ein Publikum, das die Konzerte zwischen alten Turbinen, glänzenden Messinginstrumenten und Art-Deco-Lampen manchmal geradezu andächtig verfolgte. Viele Künstler richten ihre Sommerpläne nach Heimbach aus. Diesmal sind unter anderen dabei: Alban Gerhardt, Antje Weithaas, Sharon Kam, Tanja Tetzlaff und Isabelle Faust. Und natürlich Vogt selbst. w.g.

Info Festival "Spannungen" in Heimbach, 16. bis 24 Juni, www.spannungen.de

Static Roots Festival Es gehört nicht zu den größten Festivals im Land, aber gewiss zu denen, in denen das meiste Herzblut steckt: Am 13. und 14. Juli präsentiert das Static Roots Festival wieder eine handverlesene Auswahl von Bands und Musikern, die sich alle nicht gegen das Etikett "Americana" wehren werden, gleichwohl aber zwei abwechslungsreiche Tage versprechen. Was nicht nur, aber auch damit zusammenhängt, dass die Gruppen sich dem Genre mit ganz unterschiedlichen Wurzeln angenähert haben. Terra Lightfood etwa, die den Freitagabend rocken wird, kommt aus Kanada, Prinz Grizzley hingegen aus Österreich, derweil die Cordovas für den krönenden Abschluss am Samstag aus Nashville anreisen. Das Schöne an diesem Zusammentreffen ist: Die Musiker kommen auch als Fans und sind nicht nur auf der Bühne, sondern auch davor zu erleben. Man mag - noch - nicht alle ihre Namen kennen, aber man wird sie mögen. jm-

Info Static Roots Festival, 13. / 14. Juli im Zentrum Altenberg in Oberhausen, www.staticrootsfestival.com

(RP)