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11. Februar 2018
An Karneval: Heute ist Tag des europaweiten Notrufs

Am 11. Februar, der symbolisch für die 112 steht, ist Tag des europaweiten Notrufs. Diesmal fallen Karneval und der Tag, der an die Nummer erinnert, die in allen europäischen Mitgliedsstaaten Leben retten kann, zusammen.
Am 11. Februar, der symbolisch für die 112 steht, ist Tag des europaweiten Notrufs. Diesmal fallen Karneval und der Tag, der an die Nummer erinnert, die in allen europäischen Mitgliedsstaaten Leben retten kann, zusammen. FOTO: Christin Klose / dpa-tmn
Europa. 2018 fallen der Karneval und der Tag des europaweiten Notrufs zusammen. Seit 2009 wird der Tag am 11. Februar, der sich aus den Zahlen 112 zusammensetzt, begangen, um daran erinnern, dass es diese Nummer gibt und dass das nicht immer so war. Am Anfang der europaweiten Einführung der Notrufnummer 112 steht ein tragischer Unfall.

1969 wird der acht Jahre alte Björn Steiger aus Winnenden bei Stuttgart von einem Auto angefahren und stirbt. Bis der Rettungswagen eintrifft, dauert es fast eine Stunde. Notrufsäulen gibt es noch nicht, einheitliche Notrufnummern existieren nur in wenigen Großstädten. Wer Hilfe braucht, muss damals die Nummer der nächsten Polizei oder Feuerwehr kennen oder im Telefonbuch nachschlagen.

Björns Eltern machen es sich nach ihrem Schicksalsschlag zur Lebensaufgabe, ein bundesweites Rettungssystem zu schaffen, und gründen eine Stiftung. Auf deren Initiative hin beschließen Vertreter von Bund und Ländern im September 1973 das Konzept „Notruf 73“.

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Die einheitliche Notrufnummer 112 wird zuerst im Regierungsbezirk Nordwürttemberg für 3,6 Millionen Menschen eingeführt. Es ist die erste Notfallversorgung in ganz Europa. Bis der einheitliche Notruf schließlich bundesweit verfügbar ist, dauert es noch einige Jahre.

Seit 2008 gilt die Notrufnummer 112 in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union, um Rettungsdienst, Feuerwehr oder Polizei zu erreichen. Laut Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe ist das vielen Europäern jedoch nach wie vor zu wenig bekannt; der Europäischen Kommission zufolge weiß im Schnitt nur knapp jeder Zweite Bescheid. Deshalb soll der Tag des europaweiten Notrufs genau darauf aufmerksam machen.

Europaweiter Notruf - was Sie wissen sollten

Da es in der Vergangenheit auch immer wieder zu Scherzanrufen und Missbrauch der Notrufnummer gekommen ist, haben zahlreiche Länder beschlossen, die 112 für Anrufe von Mobiltelefonen ohne SIM-Karte zu sperren, um den Tätern auf die Spur zu kommen. Das gilt auch für Deutschland.

Wählen Sie die 112 nur im Notfall, um einen Krankenwagen oder die Feuerwehr zu rufen. Wenn Sie zum Beispiel dringend einen Arzt brauchen, Zeuge eines schweren Verkehrsunfalls werden oder feststellen, dass ein Gebäude brennt.

Informationen zur einheitlichen Notrufnummer und wie die Funktionsweise in anderen europäischen Ländern ist, gibt es auf den Seiten vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz.

(dpa/lsc/pm)