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Weltraummüll
Neues Radar soll für einen unfallfreien Weltraum sorgen

Ein für die Europäische Raumfahrtbehörde ESA erarbeitete Simulationsmodell, das die Verteilung und Bewegung des Weltraummülls heute und in Zukunft darstellt, wird im Institut für Luft- und Raumfahrtsysteme der Technischen Universität Braunschweig gezeigt.
Ein für die Europäische Raumfahrtbehörde ESA erarbeitete Simulationsmodell, das die Verteilung und Bewegung des Weltraummülls heute und in Zukunft darstellt, wird im Institut für Luft- und Raumfahrtsysteme der Technischen Universität Braunschweig gezeigt. FOTO: Peter Steffen / dpa
Koblenz . Tonnen von Weltraumschrott umkreisen die Erde. Manchmal stürzt der Müll auch ohne zu Verglühen auf die Erde, öfter ist er auf Kollisionskurs mit Satelliten. Ein neues Weltraumradar in Koblenz soll Unfälle verhindern. dpa

Ein Weltraumradar soll ab Herbst 2018 Kollisionen zwischen Weltraumschrott und Satelliten verhindern. Das geplante German Experimental Surveillance and Tracking Radar (GESTRA) soll die Schrottteile im All vom ehemaligen Bundeswehr-Standortübungsplatz Schmidtenhöhe in Koblenz aus aufspüren. Am kommenden Montag informieren Bundeswehr und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) die Öffentlichkeit über das geplante Radar.

Rund 2700 Tonnen Schrottteilchen unterschiedlicher Größe rasen derzeit auf einer erdnahen Umlaufbahn umher und gefährden den Betrieb von Satelliten. Schon sehr kleine Teile können großen Schaden anrichten, erklärte Dominik Wullers, Sprecher des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr in Koblenz. «Denken Sie daran, was passieren würde, wenn mitten im Champions League Finale der ASTRA-Fernsehsatellit ausfallen würde.»

Das Weltraumradar wird aus einem Sender sowie einem Empfänger bestehen. Der Sender schicke gepulste Signale in den Weltraum, sagte Gerald Braun, Abteilungsleiter Weltraumlage und Verantwortlicher für das Projekt GESTRA beim DLR in Bonn. In etwa 400 Kilometern Höhe werde aus den Signalen eine Art dichtes Netz. Braun spricht von einem «Suchschirm im Himmel».

Jedes Müllstückchen, das das Netz durchfliege, bemerke der Empfänger auf der Erde, und die Bahn des Teilchens könne vermessen werden. Ein Satellit könne so rechtzeitig umgelenkt werden. Eine einmalige Prognose reicht aber nicht aus: Der Müll ändert laut Braun etwa durch Sonnendruck alle paar Tage seinen Bahnen, die dann neu überprüft werden müssen.