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| 15:48 Uhr

Lebensretter
Künstliche Niere rettet seit 75 Jahren Leben

Die Erfindung der künstlichen Niere vor 75 Jahren hat Millionen Menschen zu einem längeren Leben verholfen. Foto:dpa
Die Erfindung der künstlichen Niere vor 75 Jahren hat Millionen Menschen zu einem längeren Leben verholfen. Foto:dpa FOTO: Arno Burgi / dpa
Berlin. Am 4. April 1943 setzte niederländischen Arzt Willem Johan Kolff (1911 bis 2009) das erste Mal seine künstliche Niere ein. Trotz vieler Rückschläge konnte er zwei Jahre später einer Patientin damit das Leben retten. Heute profitieren allein in Deutschland bis zu 80 000 Menschen regelmäßig von dem Blutreinigungsverfahren

Die erste künstliche Niere sah aus wie eine hölzerne Wäschetrommel. Doch die Erfindung vor 75 Jahren war die Grundlage dafür, dass Millionen Nierenkranke länger leben können. Heute ist Dialyse Hightech. Allein in Deutschland profitierten bis zu 80 000 Menschen regelmäßig von dem Blutreinigungsverfahren, sagt Andreas Kribben, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie. Ein Problem bleibt aber, dass es immer weniger Organspenden gibt. Ohne eine Transplantation leben Nierenkranke trotz Dialyse kürzer.

Die Technik der künstlichen Niere geht vor allem auf den niederländischen Arzt Willem Johan Kolff (1911 bis 2009) zurück. Vor ihm hatte sich schon der deutsche Mediziner Georg Haas (1886 bis 1971) mit Blutwäsche beschäftigt. Willem Johan Kolff emigrierte nach dem Krieg in die USA und verbesserte dort sein Konzept. Eines von Kolffs stärksten Motiven für seine Erfindung war wohl Mitleid. Er hatte als junger Mediziner den Tod von Nierenkranken erlebt, ohne ihnen helfen zu können.

Ohne Dialyse würden die meisten Menschen beim Versagen ihrer Nieren noch heute keine vier Wochen überleben, betont Nierenexperte Andreas Kribben. Denn die beiden Organe entgiften den Körper. Für Kribben sind die Nieren das einzige Organ, das dauerhaft maschinell ersetzt werden kann.

(dpa/gro)