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Der Lebensraum für Orang-Utans schwindet

Zweieinhalb Monate alt ist das Orang-Utan-Baby "Hujan". Es wächst bei einer Tierpflegerin in Krefeld auf, weil seine Mutter es verstoßen hat.
Zweieinhalb Monate alt ist das Orang-Utan-Baby "Hujan". Es wächst bei einer Tierpflegerin in Krefeld auf, weil seine Mutter es verstoßen hat. FOTO: dpa
Berlin. () Immer mehr Plantagen, immer weniger Natur: Die Zukunftsperspektiven von Orang-Utans haben sich aus Sicht von Umweltschützern weiter verschlechtert. "Die Situation für den Orang-Utan war noch nie so ernst", mahnt die Tierschutzorganisation Borneo Orangutan Survival (BOS) heute zum Welt-Orang-Utan-Tag. dpa/sm

Sie warnt vor dem Aussterben der Menschenaffen, wenn die Zerstörung des Regenwaldes andauert.

In den vergangenen drei Jahrzehnten hätten die Tiere, die nur noch auf den Inseln Sumatra und Borneo vorkommen, fast die Hälfte ihres Lebensraums verloren, betont die Umweltstiftung WWF. Teils würden Brände gelegt, um Regenwald roden und die Flächen als Plantagen nutzen zu können. Von dort kommen Palmöl, Holz und Papier auch auf den deutschen Markt.

In Verbindung mit der von Natur aus geringen Fortpflanzungsrate von Orang-Utans könne die Zerstörung der Lebensräume dramatische Folgen haben, erklärte die Organisation BOS. Die Zeit der Orang-Utans laufe ab.

Aus Sicht der Tierschützer können Konsumenten zum Schutz der "Waldmenschen" mit dem roten Fell beitragen. Man müsse die Nachfrage nach Palmöl und Papier senken, sagte die WWF-Expertin Susanne Gotthardt. Palmöl steckt in Süßwaren und Fertigprodukten, aber auch in Biodiesel und Futter für Rinder, Schweine und Geflügel. Insofern lohne auch ein häufigerer Verzicht auf Fleisch, so der WWF. Wissenschaftler haben belegt, dass die Tiere in manchen Regionen von den Einheimischen wegen des Fleisches bejagt oder in Konfliktsituationen erlegt werden.