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| 10:58 Uhr

Ach Was
Berlin im Zeichen des Krebses

Sumpfkrebse haben sich in Gewässern in Berlin und Brandenburg breitgemacht. Allein in zwei Berliner Parkseen haben Fischer innerhalb knapp einer Woche mehr als 3000 essbare Rote Amerikanische Sumpfkrebse gefangen. Mehr als zwei Drittel davon gingen im Britzer Garten ins Netz, die übrigen im Tiergarten, wie Wildtierexperte Derk Ehlert von der Umweltverwaltung bilanzierte. Die Tiere seien zwischen zwei und vier Jahre alt.

Sumpfkrebse haben sich in Gewässern in Berlin und Brandenburg breitgemacht. Allein in zwei Berliner Parkseen haben Fischer innerhalb knapp einer Woche mehr als 3000 essbare Rote Amerikanische Sumpfkrebse gefangen. Mehr als zwei Drittel davon gingen im Britzer Garten ins Netz, die übrigen im Tiergarten, wie Wildtierexperte Derk Ehlert von der Umweltverwaltung bilanzierte. Die Tiere seien zwischen zwei und vier Jahre alt.

Bereits im vergangenen Sommer waren im Tiergarten knapp 4000 Sumpfkrebse gefangen worden. Damals mussten die Tiere noch vernichtet werden. Seit einigen Tagen ist klar, dass die Krebse - Nachkommen ausgesetzter Exemplare aus Aquarien - nicht mit Schadstoffen belastet sind. Nun darf ein Fischereibetrieb die Krustentiere zum Verzehr verkaufen: lebend an Gastronomen und gekocht an Endverbraucher. Fischer Klaus Hidde empfahl Zubereitungen wie Krebs-Spieß oder Krebs-Pfanne. Der Geschmack sei vergleichbar mit Hühnchen.

Es ist nicht das erste Mal, dass eine gebietsfremde Art in Deutschland auf den Teller kommt. Die chinesische Wollhandkrabbe, die etwa in der Havel vorkommt, wird nach Angaben Ehlerts von mindestens einem Fischer an asiatische Restaurants verkauft. In China gelten Wollhandkrabben als Delikatesse. Bei Fischern ist Krabben-Beifang unbeliebt, weil die Tiere mit ihren scharfen Scheren die Netze zerschneiden können. Der Rote Amerikanische Sumpfkrebs steht auf einer Liste der EU-Kommission mit eingewanderten Arten, die potenziell schädlich sind, etwa für einheimische Arten und Ökosysteme. Deshalb soll die Ausbreitung eingedämmt werden. Die Krebse haben kaum Fressfeinde. Aale gehören dazu und wurden in Berlin bereits ausgesetzt. Allein können die Aale den Bestand aber nicht deutlich verringern. dpa

(RP)