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| 19:14 Uhr

Cottbus
Batteriezellen als Milliarden-Markt für Europa und die Lausitz?

 So unspektakulär sehen Lithium-Ionen-Batteriezellen aus. Es sind flache silbern schimmernde Platten.
So unspektakulär sehen Lithium-Ionen-Batteriezellen aus. Es sind flache silbern schimmernde Platten. FOTO: BTU Cottbus-Senftenberg / BTU Cottbus Senftenberg
Cottbus. Die Aussicht auf eine Gigafabrik für Batteriezellen in der Lausitz klingt mit Blick auf den Kohleausstieg verlockend. Aber die Visionen sind nicht ohne Risiken. Von Jan Siegel

Leistungsstarke Batteriezellen sind aus heutiger Sicht ein Schlüsselbaustein bei einer Mobilitätswende. In Zukunft sollen vor allem im Individualverkehr abgasfreie Elektrofahrzeuge das Straßenbild nicht nur in deutschen Großstädten bestimmen.

Berücksichtigt man, dass in Deutschland nach Angaben des Kraftfahrtbundesamtes aktuell mehr als 47 Millionen Pkw zugelassen sind, eröffnet sich ein gewaltiger Massenmarkt für diese Art der Energiespeicher. Auch wenn sich längst nicht alle Anwendungsbereiche der Mobilität der Zukunft für batterieelektrische Fahrzeuge eignen, bleibt ein gewaltiges Potenzial.

Im Jahr 2030 sollen immerhin 35 Prozent der Neuwagen elektrisch angetrieben sein. Aktuell sind es gerade einmal 1,4 Prozent.

Dominiert wird der Batteriezellen-Markt bisher von übermächtigen asiatischen Produzenten in Südkorea und China. Sie produzieren die Zellen preisgünstig in hochautomatisierten Fabriken.

Nach Einschätzung des Europäischen Rechnungshofes deckt die Produktion asiatischer Firmen aktuell allein 84 Prozent der weltweiten Kapazitäten zur Zellenproduktion ab. Asiatische Hersteller planen außerdem bereits neue Zellen-Fabriken in Mitteleuropa und suchen nach weiteren Standorten.

Gleichzeitig wollen aber Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und die EU eine eigene Batteriezellenproduktion aufbauen, um die komplette Abhängigkeit von asiatischen Produzenten zu verringern. Allein Deutschland plant die Investition von einer Milliarde Euro in den Aufbau einer entsprechenden Zellen-Industrie. Die EU rechnet mit einem Batteriemarkt im Umfang von 250 Milliarden Euro im Jahr 2025. Das weckt Begehrlichkeiten in der Lausitz mit Blick auf den Strukturwandel.

Es sind aber gerade die Brandenburger, die sich noch gut erinnern können an einen ähnlichen Versuch auf dem Feld der Fotovoltaik, der am Ende gründlich misslang. Viel Geld pumpte das Land in den Bau von Solarfabriken beispielsweise in Frankfurt (Oder).  Am Ende waren die geförderten Fabriken nicht konkurrenzfähig und gaben nahezu komplett auf.