"Klimaschutz muss Hand in Hand gehen mit der Wettbewerbsfähigkeit unserer Industrie", erklärte Gerber bei der Tagung in Potsdam. Die erneuerbaren Energien seien bereits ein wichtiger Wirtschaftsfaktor im Land, verbunden mit einer Vielzahl neu geschaffener Arbeitsplätze. "Und ich bekenne mich auch ganz klar zur Notwendigkeit, unser Energiesystem langfristig umzubauen. Aber es ist unehrlich zu behaupten, wir könnten auf kurze Sicht ohne konventionelle Energieträger auskommen", so Gerber.

Derzeit stammt nach Angaben des Ministers noch mehr als 60 Prozent des Stroms, der in Deutschland erzeugt wird, aus konventionellen Energieträgern. "Es ist utopisch anzunehmen, dass wir alsbald aus Atomkraft und Braunkohle aussteigen können", so Gerber.

"Noch können die erneuerbaren Energien alleine keine sichere und zuverlässige Energieversorgung gewährleisten. Solange es an Netzen und Speichern hapert, können wir auf konventionelle Energieträger nicht verzichten", betonte Gerber. Notwendig seien neben ausreichenden Netzkapazitäten vor allem bezahlbare Speicher im industriellen Großformat. "Dafür muss es Marktanreize geben", forderte der Minister. Er verwies darauf, dass die brandenburgische Landesregierung ihren Beitrag dazu leiste: "Wir arbeiten an einer Speicher-Förderrichtlinie, für die wir allerdings noch grünes Licht von der EU-Kommission brauchen."