Dies seien zwei Drittel der Gesamtschadenssumme. Insgesamt sank die Verbrechensrate im Freistaat auf den niedrigsten Wert seit der Einführung der Erhebung im Jahr 1993.
Bei den Wirtschaftsdelikten stieg der Schaden den Angaben zufolge trotz Stagnation der Fallzahlen um 84 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr an. In 50 Fällen der schweren Wirtschaftskriminalität registrierte die Polizei demnach eine Schadenssumme ab einer Million Euro. Mehr als die Hälfte der Straftaten in diesem Bereich seien Veruntreuungsdelikte gewesen. Der Anteil der Wirtschaftsdelikte an der Gesamtkriminalität betrug laut Statistik mit insgesamt 6925 Fällen rund zwei Prozent.
Ein wichtiges Instrument bei der Bekämpfung der Wirtschaftskriminalität ist nach den Worten Raschs eine konsequente Vermögensabschöpfung. Entsprechende Ermittlungsgruppen hätten bereits im vergangenen Jahr in 112 Verfahren in diesem Bereich rund 1,4 Millionen Euro sichergestellt. Zudem rüste sich das Landeskriminalamt (LKA) mit der Einstellung von Spezialisten. In den vergangenen Jahren seien dort insgesamt 15 Wirtschaftsprüfer unter Vertrag genommen worden.

Erfolg von Repression und Prävention
Im Rückgang der Gesamtkriminalität sieht die Landesregierung unterdessen einen Beleg für den Erfolg von Repressalien und Präventionsprogrammen der Polizei. Insgesamt wurden im Freistaat 336 632 Straftaten festgestellt. Das waren 4,3 Prozent weniger als im Jahr davor und ein Rekordtief seit 1990. Insgesamt klärte die Polizei 192 278 Straftaten auf. Die Gesamtaufklärungsquote stieg damit von 56,9 Prozent auf 57,1 Prozent.
Ein Anstieg um 6,4 Prozent auf 41 142 Fälle wurde vor allem bei Betrugsstraftaten festgestellt. Grund ist den Angaben zufolge insbesondere das geänderte Anzeigeverhalten der sächsischen Verkehrsbetriebe. Die häufigste Form der Massenkriminalität war den Angaben zufolge mit 43 544 Delikten die Sachbeschädigung. Unter den ermittelten Tatverdächtigen waren insgesamt 22 442 Nichtdeutsche. Ihr Anteil an allen Verdächtigen ging von 19,6 Prozent auf 17 Prozent zurück.
Die Zahl der im Zusammenhang mit Verstößen gegen das Ausländer- und Asylverfahrensgesetz straffälligen Ausländer sank um knapp 5000 Fälle auf etwa 13 000.

hintergrund Mehr Drogentote
 Entgegen dem Gesamttrend ist die Rauschgiftkriminalität in Sachsen leicht angestiegen. Laut Kriminalstatistik registrierte die Polizei im Jahr 2002 insgesamt 8419 Straftaten in dem Bereich. Dies bedeutet eine Steigerung um rund zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der Drogentoten erhöhte sich deutlich von elf auf 19. Von den 6419 Tatverdächtigen im Bereich der Rauschgiftkriminalität waren mehr als die Hälfte jünger als 21 Jahre. Erwerb und Besitz von Haschisch und Marihuana stellte mit 3462 Fällen den Großteil der Drogendelikte. Die Aufklärungsquote betrug 88,3 Prozent.