Der Energiekonzern Vattenfall prüft im Zuge der Energiewende die Stilllegung älterer Pumpspeicherwerke. "Sie stehen unter wirtschaftlichem Druck", sagte der Leiter Wasserkraft Deutschland, Gunnar Groebler, am Dienstag im Pumpspeicherwerk Niederwartha.

Größtes Hindernis der Wirtschaftlichkeit seien die Nutzungsentgelte. "Seit 2008 sind bestehende Anlagen wie ein Endverbraucher damit belegt." Da Pumpspeicherwerke aber auch Strom ins Netz zurückspeisten, sei das nicht gerechtfertigt. "Das muss wieder aufgehoben werden", forderte Groebler. Für den Wegfall dieser Nutzungsentgelte gebe es im Bundesrat bereits eine Mehrheit.

Die zum 1. Januar 2013 geplante Erhöhung der Abgabe um 40 Prozent werde die Situation weiter verschärfen. Für Vattenfall summiere sich die Abgabe damit auf 30 Millionen Euro jährlich. "Pumpspeicherwerke sind auch wichtig für Netzstabilität", betonte Groebler. Sie speicherten erneuerbare Energien, seien wichtige Garanten für stabile Stromnetze und die Einzigen, die bei einem Stromausfall ein Netz wieder von null aufbauen könnten. "Aber wir verdienen mit ihnen kein Geld mehr."

Vattenfall stellt daher Investitions- und Instandhaltungsmaßnahmen in seinen acht Anlagen auf den Prüfstand. "Bis Ende dieses Jahrzehnts werden wir rund die Hälfte nicht mehr betreiben", sagte Groebler. Niederwartha, das 4800 Haushalte mit Strom versorgt, stehe bereits in den kommenden Monaten zur Stilllegung an - "wenn sich nichts ändert".

Vattenfall betreibt die Pumpspeicherkraftwerke Markersbach, Niederwartha (Sachsen), Goldisthal, Bleichloch (Thüringen), Hohenwarthe I und II, Wendefurth (Sachsen-Anhalt) und Geesthacht (Schleswig-Holstein).