Im Jahr davor waren es noch 99 235 Personen. Wegen der gleichzeitig gesunkenen Gesamtzahl der Empfänger von Arbeitslosengeld ist der Anteil der Aufstocker in dieser Personengruppe allerdings gleich geblieben. Demnach war in den vergangenen zwei Jahren jeweils jeder zehnte Empfänger von Arbeitslosengeld zusätzlich auf staatliche Grundsicherung angewiesen. Das geht aus einer Datenübersicht der Bundesagentur für Arbeit hervor, die der RUNDSCHAU vorliegt.

Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linken, Sabine Zimmermann, sieht in dieser Stagnation keinen Grund zur Entwarnung. Um gegenzusteuern, müsse zum einen der Niedriglohnbereich bekämpft werden, indem man beispielsweise die Leiharbeit abschaffe. Und zum anderen gelte es, das System der Arbeitslosenversicherung zu stärken, so die Linken-Politikerin.

Nach geltendem Recht muss eine Person in den letzten zwei Jahren mindestens zwölf Monate sozialversicherungspflichtig beschäftigt gewesen sein, um einen Anspruch auf Arbeitslosengeld I zu haben. Die Linke und auch die Gewerkschaften fordern, die Rahmenfrist von zwei auf drei Jahre zu verlängern. Eine solche Regelung gab es bereits bis Anfang 2006.