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| 02:38 Uhr

Winter lässt Arbeitslosigkeit steigen

Cottbus/Bautzen. Der letzte Monat des Jahres 2016 hat die Arbeitslosigkeit in der Region ansteigen lassen. "Saisonbedingt", sagen die Experten und verweisen auf eine dennoch stabile Lage auf dem Arbeitsmarkt in Ostsachsen und Südbrandenburg. Andrea Hilscher

Marion Richter, Geschäftsführerin operativ der Arbeitsagentur Cottbus, blickt zufrieden auf das zu Ende gegangene Jahr. Zwar ist die Arbeitslosigkeit in Südbrandenburg im Dezember auf 7,9 Prozent gestiegen und liegt damit 0,2 Prozent höher als im November - dabei waren aber im Dezember 2016 genau 3607 Menschen weniger arbeitslos gemeldet als im Dezember 2015. Die Arbeitslosenquote liegt mit ihren 7,9 Prozent zwar noch immer weit über dem Bundesdurchschnitt von 5,8 Prozent. "Aber in der Geschäftsstelle Königs Wusterhausen haben wir mit 4,8 Prozent fast schon Vollbeschäftigung", so Richter. Schlusslicht in Südbrandenburg war im Dezember Forst mit einer Arbeitslosenquote von 11,1 Prozent. Insgesamt aber, so Richter, sei die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt in den letzten fünf Jahren in der Region ausgesprochen positiv gewesen. Der Bestand an Arbeitslosen sei flächendeckend um 30 bis etwa 48 Prozent zurückgegangen. Auch die Zahl der Hartz IV-Empfänger hat zwischen Lübben und Spremberg in den letzten fünf Jahren um 14 bis 30 Prozent abgenommen. Sven Mochmann, Geschäftsführer des Jobcenters Cottbus: "Im Bereich Cottbus hat es, im Gegensatz zu den ländlicheren Regionen, im vergangenen Monat einen leichten Zuwachs an Leistungsempfängern gegeben." Das hinge mit der hohen Zahl an Zuzügen von Flüchtlingen zusammen, die in der Stadt bessere Chancen für sich sehen als auf dem Land.

Im Agenturbezirk Bautzen waren im Dezember 22 746 Menschen ohne Arbeit, 5,7 Prozent mehr als im November.

Thomas Berndt, Agenturchef in Bautzen: "Zahlreiche Arbeitnehmer aus dem Bereich der Landwirtschaft, des Bauwesens und des Transportbereiches sowie des Gartenbaus meldeten sich in den letzten Wochen aus saisonalen Gründen arbeitslos." Dennoch bliebe der positive Trend auf dem Arbeitsmarkt bestehen. "Es sind 3474 Menschen weniger arbeitslos als im Dezember 2015." Die Arbeitsmarktexperten führen den Rückgang auf einen leichten Aufwuchs an neuen Stellen sowie demografische Faktoren zurück: Viele Menschen fallen altersbedingt aus der Arbeitslosenstatistik.