Unsere Experten vom Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute: Uwe Reinhold, Ulf-Uwe Alex und Albrecht Lauterbach (v. l.).

Neuerdings heißt es andauernd, dass jede Vertragsänderung bei einer Lebensversicherung steuerliche Nachteile bringt. Nun ändert sich mein Vertrag immer wieder durch eine vereinbarte Dynamik. Sollte ich die Dynamik kündigen„
War die Dynamik von Beginn an vereinbart, so haben Sie keine Steuerschädlichkeit zu befürchten. Wenn die Dynamik nachträglich in den Vertrag aufgenommen wurde, so sollte die Restlaufzeit noch mindestens zwölf Jahre betragen. Ob Sie die Dynamik kündigen sollten, ist ohne individuelle Prüfung, insbesondere Ihres Gesundheitszustandes, nicht beantwortbar.

Ich bin verunsichert. Aktien und Fonds kommen für uns nicht infrage. Die Versicherungen werden mir angesichts der anderen Ausgaben zu teuer. Gibt es eine Möglichkeit, den Beitragsaufwand zu reduzieren, ohne Verluste zu machen“
Wahrscheinlich kann ein ausgebildeter Versicherungsfachmann Ihnen dabei helfen, eine Ihrer familiären Situation zugeschnittene Prioritätenliste zu erstellen und in diesem Zusammenhang durchaus auch mal die eine oder andere Versicherung finanziell günstiger zu stellen oder gar einzusparen.

Ich bin wegen gesundheitlicher Probleme von der Versicherung abgelehnt worden. Nun würde ich aber dennoch gern etwas zur Alterssicherung tun. Kann man mich einfach ablehnen„
Leider ja. Wir empfehlen Ihnen in diesem Fall den Abschluss einer Privatrente. Gesundheitsfragen brauchen Sie dabei nicht zu beantworten.

Ich zahle jeden Monat über 120 Euro in eine Lebensversicherung ein. Dabei wird mir eine Todesfall-Leistung von 4000 Euro garantiert. In den Unterlagen finde ich jedoch keine Aussage über die garantierte Leistung zur Altersvorsorge. Ist das normal oder fehlen mir Unterlagen“
Sie haben eine so genannte Fonds-Police oder Fonds gebundene Lebensversicherung abgeschlossen. Diese präsentieren oft nur Beispielrechnungen und Prospekte mit möglichen Ablaufleistungen. Es ist durchaus möglich, dass Sie im Erlebensfall große Rendite machen. Garantiert ist aber nur das, was auf der Police steht. In Ihrem Fall also nur eine garantierte Todesfall-Leistung.

Lohnt sich aus heutiger Sicht überhaupt noch eine Lebensversicherung„
Ja, sie lohnt sich nach unserem Dafürhalten nach wie vor. Welche anderen Kapitalanlagen bieten für regelmäßige - auch kleinere - Beträge bei vergleichbarer Sicherheit derartige Renditen“ Und das bei steuerfreien Erträgen„Die klassische, nicht unbedingt die Fonds gebundene, Lebensversicherung ist nach wie vor eine gute Anlage, wenn Sie ein Versicherungsunternehmen mit hohen Reserven auswählen.

Ich trage mich mit dem Gedanken, aus meinem Lebensversicherungs-Vertrag auszusteigen. Sind meine Verluste dabei wirklich so hoch“
Vorzeitige Vertragskündigungen sind mit erheblichen Verlusten verbunden und daher generell nicht zu empfehlen. Umso wichtiger ist es, bei der Planung eines Vertrages die realisierbare Laufzeit einzuschätzen. Angesichts vieler Vorruhestandsregelungen muss der Vertrag nicht immer unbedingt bis zum 65. Lebensjahr laufen.

Die Lebensversicherungen stecken in der Krise und Renditen sinken drastisch, heißt es. Ist das tatsächlich so„
Formal scheint es in der Tat so. Die negative Entwicklung der Kapitalmärkte wirkt sich natürlich auch auf die Lebensversicherer aus. Dennoch ist diese Darstellung zu undifferenziert und zu pauschal.
In der deutschen Lebensversicherung gibt es eine Untergrenze, nämlich den vom Gesetzgeber festgelegten Garantiezins von 3,25 Prozent. Einige Unternehmen schrieben ihren Kunden in den vergangenen Jahren zusammen mit der Überschussbeteiligung bis zu acht Prozent zu, die für die vergangene Zeit auch nicht wieder weggenommen werden. Wenn angesichts der Aktienkurse von den starken Lebensversicherern im Jahr 2003 immerhin noch Renditen über fünf Prozent erreicht werden, bedeutet das eine sehr gute Realverzinsung.
Als langfristiges Ziel der Altersvorsorge bei gleichzeitiger Absicherung der Hinterbliebenen ist das gegenüber Festgeldern überaus lukrativ.

Welche Bedeutung haben denn die Reserven der Versicherungsunternehmen“
Hohe Bewertungsreserven oder die Finanzstärke belegen die finanzielle Sicherheit eines Versicherungsunternehmens. Je höher die Bewertungsreserven, desto sicherer ist die prognostizierte Ablaufleistung inklusive der vorausberechneten Überschussbeteiligungen.
wird fortgesetzt