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| 02:46 Uhr

Weiteres Unternehmen von Infinus meldet Insolvenz an

Der Sitz der Dresdner Finanzfirmengruppe Infinus in Dresden. Die Staatsanwaltschaft Dresden ermittelt gegen zehn Mitarbeiter der Infinus-Gruppe wegen Betrugs.
Der Sitz der Dresdner Finanzfirmengruppe Infinus in Dresden. Die Staatsanwaltschaft Dresden ermittelt gegen zehn Mitarbeiter der Infinus-Gruppe wegen Betrugs. FOTO: dpa
Dresden. Die Pleitewelle in der unter Betrugsverdacht stehenden Infinus-Gruppe weitet sich aus. Nachdem die Staatsanwaltschaft Firmenkonten gesperrt hat, meldet das nunmehr 18. Unternehmen Insolvenz an. Holger Göpel und Martin Fischer / dpa/rdh

Im Zuge der Betrugsermittlungen gegen die Dresdner Infinus-Finanzgruppe ist ein weiteres Unternehmen zahlungsunfähig. Am Freitag sei das vorläufige Insolvenzverfahren für das Infinus AG Finanzdienstleistungsinstitut (FDI) vom Amtsgericht Dresden angeordnet worden, teilte Gerichtssprecherin Birgit Keeve mit und bestätigte damit einen Bericht der "Sächsischen Zeitung".

Am vergangenen Mittwoch hatte die Staatsanwaltschaft die Geschäftsräume der Firma in Freital bei Dresden durchsucht. Es sei darum gegangen, Vermögenswerte sicherzustellen, sagte Oberstaatsanwalt Lorenz Haase. Mehrere Firmenfahrzeuge seien beschlagnahmt worden. Wie viel Geld sich auf den gesperrten Firmenkonten befinde, werde noch geprüft.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter des FDI wurde vom Amtsgericht der Rechtsanwalt Bruno Kübler bestellt, der schon mehrere Infinus-Firmen verwaltet, darunter die Future Business KGaA (Fubus). Damit sind bereits 18 Unternehmen der Gruppe zahlungsunfähig.

Die Staatsanwaltschaft wirft zehn Infinus-Managern vor, bei der Ausgabe von Orderschuldverschreibungen falsche Angaben zur Vermögens- und Ertragslage von Emittenten gemacht und ein Schneeballsystem betrieben zu haben. Fünf von ihnen sitzen seit November in Untersuchungshaft. Ein sechster Festgenommener war vor einem Monat freigekommen, nachdem er bei der Staatsanwaltschaft ausgesagt und vermutlich wichtige Informationen geliefert hatte.

25 000 Anleger mit einem Anlagevermögen von 400 Millionen Euro sind laut Staatsanwaltschaft insgesamt betroffen. Nach dem Zusammenbruch des Firmengeflechts dürfte die Zahl der Geschädigten inzwischen aber deutlich höher liegen. Beim FDI handelt es sich um die sogenannte blaue Infinus. Sie war der Pleitewelle bislang entgangen und steht im Verdacht, 58 Millionen Euro Provisionen kassiert zu haben, die aus kriminellen Geschäften anderer Unternehmen der Gruppe stammen.