Bei der geplanten Übernahme von T-Mobile USA durch AT&T zeichnen sich weitere Probleme ab. Der Chef der Kommunikationsbehörde FCC, Julius Genachowski, beantragte am Dienstagabend (Ortszeit) in Washington eine Anhörung zu dem 39 Milliarden Dollar (etwa 27 Milliarden Euro) schweren Deal.

Über diesen Vorschlag müssen noch die FCC-Kommissare abstimmen. Eine Anhörung kann sich über sechs bis zwölf Monate hinziehen. Die Behörde bezweifelt die Angaben von AT&T, wonach das Zusammengehen das Hochgeschwindigkeitsinternet in ländliche Gebiete ausweiten, das Netz für mobile Datennutzung verbessern und Arbeitsplätze schaffen werde.

AT&T zeigte sich enttäuscht über die Entscheidung und kündigte an, alle Optionen zu prüfen. „Dies ist ein weiteres Beispiel einer Behörde, die Milliarden von Investitionen und die Schaffung von Tausenden neuer Jobs in einer Zeit verhindert, in der die amerikanische Wirtschaft beides dringend braucht“, sagte AT&T-Sprecher Larry Salomon.

AT&T streitet bereits mit dem amerikanischen Justizministerium um die Frage, ob die Verringerung der Zahl großer Mobilfunk anbieter von vier auf drei den Wettbewerb beeinträchtige.

Bisher hoffte AT&T vor allem auf den kleinen Konkurrenten Metro-PCS. Dieser hatte Interesse an Kunden und Frequenzen, die AT&T und T-Mobile verkaufen müssten. Mit einem gestärkten Wettbewerber hätten die Kartellwächter den Wegfall von T-Mobile leichter hinnehmen können. Nun scheint Metro-PCS AT&T aber weniger abkaufen zu wollen.

Dafür kam Leap Wireless International ins Gespräch für eine Übernahme von Vermögenswerten. Bisher verfügt Metro-PCS über etwa neun Millionen Kunden, Leap über knapp sechs Millionen.

Für den Fall des Scheiterns der Übernahme von T-Mobile USA hatte sich AT&T verpflichtet, der Telekom einen Milliardenbetrag sowie zusätzliche Mobilfunkfrequenzen abzutreten.