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Arbeitsmarkt
Bangen um Jobs in der Lausitz

Dresden/Niesky. Sachsens Ministerpräsident sieht Hoffnung für insolventen Waggonbau Niesky. dpa

Angesichts der Stellenstreichungs- beziehungsweise Standortschließungspläne bei Bombardier und Siemens sieht die Bundesagentur für Arbeit (BA) die Insolvenz beim Waggonbau Niesky (WBN) mit großer Sorge. Es gehe nicht um kleine Unternehmen, sagte der Chef der Regionaldirektion Sachsen, Klaus-Peter Hansen, am Mittwoch in Dresden. „Wir haben in der Lausitz nur ganz wenige industrielle Kerne, und da tut es doppelt weh, wenn ich an die Zulieferer denke und an das, was da dranhängt an wirtschaftlichem Netzwerk.“

Hansen verwies darauf, dass sich die Arbeitslosenquote in der Lausitz seit den 1990er-Jahren von 25 Prozent auf heute acht Prozent sehr positiv entwickelt habe. „Ich mache mir schon Sorgen, dass wir einen Teil des Fortschritts dort verfrühstücken.“

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sieht Hoffnung für den insolventen Waggonbau Niesky (WBN). „Die Situation ist durchaus hoffnungsvoll, weil die Auftragsbücher voll sind“, sagte der Ministerpräsident. Zugleich sprach der Regierungschef dem vorläufigen Insolvenzverwalter Jürgen Wallner und dem Geschäftsführer Eduard Janßen sein Vertrauen aus. „Ich habe den Eindruck, da sind jetzt Menschen am Werk, die wissen, was sie tun, die auch krisenerprobt sind, die zusammenhalten“, sagte Kretschmer.

Indes kommen die Rückkehrertage in der Lausitz gut an. 1040 Besucher auf Heimatbesuch haben die drei kompakten Jobbörsen zwischen Weihnachten und Jahreswechsel in Cottbus, Schwarzheide (Oberspreewald-Lausitz) und Finsterwalde (Elbe-Elster) genutzt, um sich über Angebote auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt in der Heimat zu informieren.

„Das waren wesentlich mehr Besucher als in den Vorjahren. Wir werden dabei bleiben und auch 2018 wieder Rückkehrertage einrichten gemeinsam mit den Kammern“, sagte Marion Richter, Geschäftsführerin operativ der Agentur für Arbeit Cottbus, am Mittwoch bei der Vorlage der Arbeitsmarktzahlen für den Monat Dezember 2017 in Südbrandenburg. „Es gibt ein durchweg positives Feedback, dass die Rückkehrertage hilfreich sind, und dass es wirklich gute Angebote gibt“, so Richter. Wirtschaft Seite 6