Von Jan Siegel

Das Zukunftsthema „Wasserstoff“ ist nach Einschätzung von Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) mit ausschlaggebend, wenn es um die Meisterung der Energiewende in der Lausitz geht. Das sagte er beim 4. Energie-Speichertag in Potsdam. Schwerpunkt dabei war in diesem Jahr der Wasserstoff.

Wasserstoff sei universell nutzbar und könne einen wesentlichen Beitrag zur Energiewende leisten, sagte Steinbach. Dabei denkt der Minister an die Nutzung von Wasserstoff als Grundstoff in Raffinerien, als Kraftstoff im Verkehrsbereich oder bei der Gewinnung von Wärme und Strom über den Einsatz von Brennstoffzellen.

„Dazu bedarf es aber tragfähiger Geschäftsmodelle auf der einen Seite, auf der anderen Seite aber auch passender Rahmenbedingungen und Infrastrukturen“, sagte Steinbach. Die Wasserstoff-Forschung müsse massiv vorangetrieben werden. „Derzeit wird das Potenzial von Wasserstoff aus verschiedenen Gründen nicht ausgeschöpft“, kritisierte der Wirtschaftsminister. Zu lange habe es einen „unseligen Kreislauf“ gegeben, bei dem beispielsweise Autohersteller stets auf politische Vorgaben warteten, ehe sie in die Zukunftstechnologie investierten. Das habe wiederum den Ausbau eines leistungsfähigen Wasserstoff-Tankstellennetzes verhindert. „Wir müssen das Thema endlich angehen und Konsortien zusammenbinden, die das Thema voranbringen“, forderte Steinbach.

„Mein Ziel ist es, dass wir in Brandenburg die Lösungsansätze für eine stärkere Nutzung der Wasserstofftechnologie entwickeln. Wasserstoff hat Zukunft“, sagte Jörg Steinbach. Dazu hat der Minister im Februar die Gründung einer Wasserstoff-Initiative angestoßen, um Experten aus den Reihen der Landesregierung, der Wirtschaftsförderung und der Hochschulen an einen Tisch zu bringen und bestehende Aktivitäten im Bereich der Wasserstofftechnologie zu bündeln. Wünschenswert sei, wenn sich parallel ein unternehmerisches Wasserstoff-Netzwerk gründen würde, so der Minister weiter.

Steinbach kann sich vorstellen, dass Brandenburg eine Bundesratsinitiative startet, um die Thematik voranzubringen. „Dabei müssen wir mit anderen Bundesländern kooperieren, wenn wir erfolgreich sein wollen.“

Bereits zum vierten Mal hatte das Brandenburger Wirtschaftsministerium gemeinsam mit dem Geoforschungs-Zentrum Potsdam Experten aus ganz Deutschland und diesmal auch von den Philippinen und aus Japan zum Informations- und Meinungsaustausch zum Energiespeichertag nach Potsdam eingeladen.