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Was fürs Auge und die Haut

Vielleicht bin ich meiner Zeit voraus. Vor einigen Jahren hieß es noch, Männer müssten Wellness erst noch lernen.

Von Augenpflege beispielsweise hielten 90 Prozent der männlichen Befragten laut einer Umfrage aus dem Jahr 2012 gar nichts. Ich dagegen hab' schon lange alles. Augenreinigungsgel: Benutze ich seit Jahr und Tag. Spezielles Männer-Deo: check! Reinigungsmilch? Längst! Und die parfümfreie und und natürlich sehr sensitive Creme für meine Visage? Na, klar, da gebe ich fast jeden Monat gut 20 Euro pro Tube aus.

Zugegeben, ich bin auch mal reingefallen. Nach einem Kosmetiktermin mit Gesichtsmassage habe ich mir ein Rundum-Pflege-Paket für etwa 150 Euro - Gesichtswasser unklarer Funktion, superluxuriöse Creme sowie ein Sebum-Reducer - geleistet beziehungsweise aufquatschen lassen. Das sind Erfahrungen, die wir Pioniere der Männerkosmetik erst machen mussten.

Heutzutage, auch das ist belegbar, cremt bereits jeder zweite Mann mindestens einmal die Woche seine Wangen ein. Ein Massenmarkt ist entstanden. Alles ist nun auch preiswerter zu haben, und Verbraucher können vergleichen. In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Stiftung Warentest" ist das nachzulesen: Gute Pflegeprodukte für das männliche Gesicht müssen gar nicht 80 Euro pro 100 Milliliter (ml) kosten. Auch die Billigvariante aus dem Drogeriemarkt für 3,40 Euro pro 100 ml reiche völlig aus.

Aus der teuren alten Zeit übriggeblieben ist meine Paste fürs Sebum. Letzteres bedeutet übrigens Hauttalg, ich will das hier nicht vertiefen. Aber Masken anfertigen aus der ollen Schmiere, das geht immer noch, obwohl die längst abgelaufen ist. Qualität, die kostet eben.

oliver.haustein-tessmer@lr-online.de