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| 21:32 Uhr

Lausitz im Wandel
„Lebensqualität ist ein wichtiger Standortfaktor"

Kohlegruben sind zu neuen Seen geworden, die nun schrittweise schiffbar verbunden werden. Ein Stück Zukunft der Lausitz wächst mit dem entstehenden Lausitzer Seenland. Das ist Lebensqualität für die Einwohner und lohnendes Urlaubsziel für Auswärtige.
Kohlegruben sind zu neuen Seen geworden, die nun schrittweise schiffbar verbunden werden. Ein Stück Zukunft der Lausitz wächst mit dem entstehenden Lausitzer Seenland. Das ist Lebensqualität für die Einwohner und lohnendes Urlaubsziel für Auswärtige. FOTO: foto-radke@gmx.de Fotograf
Großräschen. Der Europäische Gartenpreis für das Lausitzer Seenland und Spreewald zeigt: Die Gestaltung des Strukturwandels in der Lausitz gelingt in Einigkeit der Region.

Es sind acht Jahre seit dem Ende der Internationalen Bauausstellung Fürst-Pückler-Land (2000 bis 2010) in der Lausitz vergangen, da sind die Macher unverhofft zu einer bedeutenden Ehrung gekommen. Gemeinsam mit dem Biosphärenreservat Spreewald wurden Sie mit dem Europäischen Gartenpreis ausgezeichnet. Gewürdigt wurde „die bemerkenswerte Entwicklung der für das europäische Kulturerbe besonders bedeutenden Kulturlandschaften“.

Jetzt trafen sich Akteure aus den beiden Regionen zu einem Forum im IBA-Studierhaus von Großräschen. Dabei ging es um die Frage, welche Erkenntnisse IBA und Gartenpreis für den weiteren Strukturwandel in der Lausitz bereithalten. Wie Erfahrungen für die mit dem Braunkohleausstieg einhergehende Strukturentwicklung genutzt werden können.

IBA-Erfinder Prof. Rolf Kuhn und der ehemalige Oberspreewald-Lausitz-Landrat Holger Bartsch (SPD) lenkten den Blick dabei auf die damals große Einigkeit unter den Landkreisen mit der Stadt Cottbus. Daran sei die Landespolitik nicht vorbei gekommen. „Kleinliches Gezerre hat es damals nie gegeben“, sagt Kuhn.

Gartenpreisträger: Volker Mielchen, Christian Grüßen, Alan Thornley und Prof. Rolf Kuhn (v.l.) bestätigen: Eine Lausitz, die mit einer Stimme für die Zukunft kämpft, schafft den nächsten Strukturwandel.
Gartenpreisträger: Volker Mielchen, Christian Grüßen, Alan Thornley und Prof. Rolf Kuhn (v.l.) bestätigen: Eine Lausitz, die mit einer Stimme für die Zukunft kämpft, schafft den nächsten Strukturwandel. FOTO: Europäisches Gartennetzwerk

Der parteilose OSL-Landrat Siegurd Heinze lässt keine Zweifel daran, dass die Bergbausanierung mit der IBA bewiesen habe, wozu sie in der Lage ist: „Gestalten mit Verstand.

Großräschens Bürgermeister Thomas Zenker (SPD) sagt, dass im ausgebuchten seenahen Wohngebiet „Alma“ drei Viertel der Häuslebauer Zugereiste seien. „Hierher kommen junge Familien, die ihr Geld im Internet verdienen“, weiß Zenker. Worauf die IBA einst mit der Ausgestaltung von attraktiven Landschaft nach der Braunkohle gesetzt hat, das erfülle sich jetzt: „Lebensqualität ist ein wichtiger Standortfaktor.“ Und dass auch, weil der Spreewald vor der Haustür ist.

Fazit der Runde im IBA-Studierhaus: Es lohnt für die Akteure, die nun den Strukturwandel gestalten sollen, sich intensiv mit den IBA-Machern zu verständigen. Der Geschäftsführer der Wirtschaftsregion Lausitz GmbH (WRL) Torsten Bork sieht denn auch in der IBA eine besondere Art und Weise, an Problemstellungen heranzugehen. Das solle genutzt werden. Für Bork bietet der Strukturwandel auch die Chance, „über den Lebens- und Arbeitsraum Lausitz neu und im Ganzen nachzudenken“. Ziel sei es, so Bork, den Menschen das Signal auszusenden, dass Kinder und Enkel in der Lausitz eine Zukunft haben.

(ta)