Die Daunenmanufaktur Yeti aus Görlitz macht mit ihren Jacken und Schlafsäcken seit Jahren gute Geschäfte - Tendenz steigend. "In den nächsten Jahren erwarten wir Umsatzzuwächse von 30 bis 40 Prozent", sagt der scheidende Yeti-Geschäftsführer Kay Steinbach. Neben dem Handel für Outdoor-Produkte wolle Yeti stärker auch im Modehandel Fuß fassen und neue Märkte erschließen.

Er gehe nicht im Streit, sondern wolle sich neuen beruflichen Aufgaben widmen, sagt Steinbach. Der 39-Jährige will mit einem neuen Unternehmen 3D-Technologie in Bekleidung bringen. Steinbach verlässt die Manufaktur Yeti noch in diesem Monat.

"Yeti geht es gut", versichert er. In diesem Jahr erwarte das Unternehmen mit zwölf Mitarbeitern ein Umsatzplus von bis zu 40 Prozent auf rund 3,5 Millionen Euro sowie ein positives Betriebsergebnis.

Die Firma war bereits zu DDR-Zeiten Anfang der 80er-Jahre entstanden. Firmengründer Bernd Exner wollte Schlafsäcke für Outdoor-Einsätze fertigen, die optimalen Schutz bei rauem Wetter bieten. Private Firmen waren in der DDR zwar nicht erlaubt, seit 1987 wurde Yeti jedoch als Firma akzeptiert, weil das Unternehmen Produkte gefertigt habe, die keine andere Firma im damaligen Ostblock hätte herstellen können, sagt Steinbach. Nach der Wende zählte Yeti schnell zu den führenden Anbietern im Outdoor-Markt.

Im Jahr 2000 verkaufte die Familie Exner die Mehrheit der Firma an die deutsche Firma Neitex, eine Tochter von Carl Breiding & Sohn. Diese geriet aber vier Jahre später in finanzielle Schwierigkeiten und verkaufte Yeti an den dänischen Anbieter Nordisk. "Wir haben seitdem das Profil der Marke geschärft", sagt Steinbach. Yeti ist heute im mittleren bis oberen Preissegment unterwegs.

Im Sommer 2010 dann folgte ein Rückschlag: Die kleine Yeti-Fabrik am Ufer der Neiße wurde beim Hochwasser überflutet. Maschinen und ein Großteil der Lagerbestände wurden überschwemmt. Der Schaden betrug mehr als eine Million Euro, das Werk musste aufgegeben werden. Die Firma zog an den heutigen Standort um und eröffnete die Yeti Manufaktur in Dresden.

Mittlerweile habe Yeti den finanziellen Verlust weitgehend aufgeholt, sagt Steinbach. Die Firma produziert heute pro Jahr rund 8000 Schlafsäcke und bis zu 30 000 Daunenjacken. Die Schlafsäcke werden in den Manufakturen in Görlitz und Dresden gefertigt. Bei den Jacken liefert Yeti die Daunen nach Asien, wo sie dann endgefertigt werden.

Der Yeti-Hauptmarkt ist bislang Europa, vor allem Deutschland, Dänemark und Frankreich. Wichtige Märkte, auf denen die Firma zulegt, sind Japan und Südkorea. Steinbach: "Und auch in China haben wir schon die ersten Geschäfte gemacht."