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Monheim
Warenhauskette Elanza meldet Insolvenz an

Nach Strauss Innovation hat auch die Warenhauskette Elanza, die im vergangenen Jahr etliche Strauss-Filialen übernommen hatte, Insolvenz angemelde3t. Mit großen Erwartungen war im Mai 2017 die Warenhauskette Elanza an den Start gegangen. Mit dem Geld eines Investors aus Luxemburg wurden von der GMG Retail GmbH mit Sitz in Monheim vor allem in NRW leerstehende Strauss-Filialen übernommen, in Düsseldorf gleich drei, dazu welche in Krefeld-Uerdingen, Langenfeld, Moers, Ratingen und Viersen. Bei der Warenhauskette Strauss waren im Februar 2017 nach zwei erfolglosen Rettungsversuchen endgültig alle Lichter ausgegangen. Andrea Röhrig

Ein ähnliches Schicksal könnte nun den 13 Elanza-Filialen in Deutschland drohen. Denn der Investor hat den Geldhahn zugedreht. Anfang des Monats wurde vor dem Amtsgericht in Düsseldorf wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung das Insolvenzverfahren eröffnet. Bereits Anfang Oktober war der Antrag bei Gericht eingegangen. Das Gericht hat nun zunächst Eigenverwaltung angeordnet.

"Wir verhandeln derzeit mit Investoren über die Fortführung einiger Filialen", sagte Elanza-Geschäftsführer Rainhard Fislage. Er hofft, dass sich in den nächsten vier bis fünf Wochen entscheidet, ob und welche Standorte erhalten werden können. In einigen Filialen ist der Ausverkauf aber bereits angelaufen, wie in Düsseldorf in den Stadtteilen Pempelfort und Friedrichstadt. Per Aushang und Aufsteller werden die Kunden dort über die anstehende Schließung informiert. Auch in Ratingen sind bereits viele Waren auf 50 Prozent reduziert.

Als Grund für die Insolvenz nennt Geschäftsführer Fislage, dass der Investor, der bereits Erfahrungen im Bereich des Einzelhandels habe, nicht bereit gewesen sei, mehr Geld in das Unternehmen zu stecken: "Der hat sich ein Limit gesetzt und als das erreicht war, die Reißleine gezogen." Dabei hatte es beim Marktgang große Pläne gegeben. Bis zu 40 Filialen sollten 2017 deutschlandweit Jahr eröffnet werden. Filiale Nummer 13 eröffnete im Juli dieses Jahres in Pinneberg. Die Expansionspläne des Unternehmens hatten ein Wachstum auf 100 Filialen in den nächsten fünf Jahren vorgesehen. Das Konzept sah vor, ein so genanntes Erlebnis- oder Nachbarschaftskaufhaus zu sein mit Mode, Bettwaren und Wohnaccessoires - vergleichbar wie bei Strauss, aber deutlich höherpreisig. So setzte Elanza auf Markenwaren etwa von Betty Barclay, Ritzenhoff und Cartoon.

Besonders tragisch ist die Insolvenz für viele Elanza-Beschäftige, die innerhalb eines Jahres nun ein erneutes Insolvenzverfahren mit einer bevorstehenden Arbeitslosigkeit durchlaufen.