Der Essener Einzelhandels- und Touristikkonzern Arcandor wolle die Metro-Tochter Kaufhof übernehmen und sie mit seinen Karstadt-Häusern zusammenschließen, berichtete das "Handelsblatt" gestern unter Berufung auf Finanzkreise und das Umfeld beider Konzerne. Bei einer Fusion entstünde Europas zweitgrößter Warenhauskonzern nach dem spanischen Corte Inglés. Sprecher beider Konzerne wollten sich zu der angeblich angestrebten Fusion nicht äußern.
Die Spekulationen um eine Übernahme von Kaufhof kamen nur einen Tag, nachdem Eckhard Cordes die Metro-Spitze übernommen hatte. Der Chef des Metro-Großaktionärs Haniel hatte zuvor angekündigt, den Düsseldorfer Handelsriesen auf Rendite trimmen zu wollen. Seither erwarten Branchenkenner, dass Metro, zu der neben Kaufhof auch die Elektronikmärkte Saturn und Media Markt, die Cash&Carry-Großmärkte sowie die Supermärkte Real und Extra gehören, zerschlagen wird. Seit Monaten kursieren Gerüchte, Arcandor-Chef Thomas Middelhoff habe Interesse an Kaufhof.
Karstadt betreibt 129 Waren- und Sporthäuser in Deutschland, Kaufhof hat 126 Filialen. (AFP/rb)