Eine Lösung sei nicht in Sicht, hieß es in Finanzkreisen. Einige Banken wollten sich gar nicht mehr engagieren. Die übrigen seien nicht bereit, zusätzliche Risiken zu schultern. Von einer Pleite wären knapp 10 000 Arbeitsplätze betroffen.
Wegen der Verhandlungen mit den Banken konnte Unternehmensgründer und Aufsichtsratschef Ignaz Walter gestern nicht wie geplant bei einer Pressekonferenz des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie (HDB) als Präsident auftreten. Verbandsvize Helmut Echterhoff, der Walter vertrat, hielt sich mit Kommentaren zur Lage des Unternehmens zurück. Auf die Frage nach einer möglichen Insolvenz sagte er: "Ich glaube nicht, dass das sehr starke Auswirkungen auf die Branche hat." Von der Branchenkonjunktur kann sich Walter bei der Sanierung keinen Rückenwind erhoffen. Der HDB rechnet für 2005 mit weiteren Umsatzrückgängen und dem elften Krisenjahr in Folge.
Bei den Verhandlungen zwischen Banken und Walter Bau geht es vor allem um Bürgschaften über etwa 1,5 Milliarden Euro. Nach Angaben aus Gläubigerkreisen wollen sich unter anderem die Berliner Bank und ABN Amro zurückziehen. Auch unter den vier Banken mit dem größten Engagements gibt es Widerstand gegen das Sanierungskonzept von Walter Bau. Dieses sieht unter anderem den Verkauf der profitablen BautechnikTochter DSI, eine Reduzierung des Geschäfts im Inland und den Abbau von nochmals 400 Arbeitsplätzen vor.
"Der Verkauf von Unternehmensteilen bringt kurzfristig Geld in die Kassen, langfristig wird aber eine Ertragsschwächung in Kauf genommen", hieß es auf Gläubigerseite. An dem Sanierungskonzept müssten substanzielle Änderungen vorgenommen werden.
Am 1. Dezember 2003 hatte der Baukonzern den Sitz seiner Niederlassung Berlin-Brandenburg von Cottbus nach Berlin verlegt. Die Walter Bau vereinigt mit Dywidag AG beschäftigt in Südbrandenburg noch knapp 100 gewerbliche Arbeitnehmer, Bauleiter und Poliere in den Bereichen Schlüsselfertigbau/Hochbau und Brückenbau. (dpa/B.M.)